„Power 8“
Neue Zweifel an Airbus-Sparplan

Gewerkschaften und Analysten zweifeln daran, dass Airbus mit seinem Sparplan „Power 8“ seine Ziele erreicht. So glaubt die IG Metall nicht daran, dass der geplante Stellenabbau gelingen wird. Und erste Analysten korrigieren ihre Prognosen. Sie erwarten Verzögerung bei der Umsetzung des Plans.

MÜNCHEN / PARIS. Ein halbes Jahr nach Bekanntgabe des Sparplans „Power 8“ hat Airbus wichtige Punkte noch nicht klären können. Wer die sechs zum Verkauf stehenden europäischen Werke kaufen wird, sollte ursprünglich bis September geklärt sein. Jetzt ist die Entscheidung verschoben worden.

Die ersten Analysten korrigieren ihre Prognosen: „Ich rechne mit einer Verzögerung bei der Umsetzung des Sparplans von einem Jahr, so dass die Einsparziele erst vollständig im Jahr 2011 erreicht werden“, sagt Yan Derocles vom Broker Oddo.

Mit dem Sparplan Power 8 will Airbus bis 2010 die Kosten um 2,1 Milliarden Euro pro Jahr senken und die Cash-Situation um fünf Milliarden Euro verbessern. Dazu sollen 10 000 der 55 000 Airbus-Stellen in Europa gekürzt werden. 3 700 davon sollen in Deutschland wegfallen. Das Unternehmen reagiert damit auf die Einnahmeausfälle, die aus der Lieferverspätung des Großflugzeugs A 380 resultieren, und auf den schwachen Dollar.

Die IG Metall zweifelt daran, dass der geplante Stellenabbau gelingen wird. Am Freitag handelte die Gewerkschaft mit Airbus eine Vereinbarung für das freiwillige Ausscheiden von Mitarbeitern in der Verwaltung aus. Nach IG-Metall-Angaben baut Airbus derzeit entgegen seinen Ankündigungen in Deutschland die Beschäftigung sogar leicht auf, auch die Zahl der Leiharbeiter nehme wieder zu. „Airbus brummt, und wir wissen nicht, wie die Arbeitsplätze abgebaut werden sollen“, sagte IG-Metall-Sprecher Daniel Friedrich dem Handelsblatt.

Airbus Deutschland wollte die Angaben nicht bestätigen. „Es gibt aber offene Stellen bei uns“, sagte ein Airbus-Sprecher. Die Gewerkschaften weisen darauf hin, dass Airbus derzeit die Fertigung sämtlicher Flugzeugtypen hochfährt. Die Endmontage des Riesenairbus A380 und des Militärtransporters A400 M laufen gerade, die Fertigung des Bestsellers A320 soll von 34 auf 40 Maschinen pro Monat im Jahr 2011 gesteigert werden.

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