PPR kauft deutschen Sportartikler
Franzosen machen mit Puma gutes Geschäft

In den vergangenen Jahren kannte der Kurs der Puma-Aktie nur einen Weg: nach oben. Entsprechend teuer ist das Unternehmen heute. Warum der französische Luxus- und Handelskonzern PPR den deutschen Sportartikler trotz des hohen Preises von 5,3 Mrd. Euro übernehmen will, hat einen einfachen Grund: Puma passt perfekt ins Unternehmen.

PARIS. Die Experten des Brokers Exane-BNP Paribas sprechen bei Puma gar vom "perfekten Ziel". Anleger feierten die Übernahmepläne am Dienstag mit einem Kursplus von über 2 Prozent. Damit war PPR der größte Gewinner in Frankreichs Leitindex CAC40.

Denn PPR ist ein Spezialist in Sachen Marken-Management und Vertriebssteuerung. Mit der Puma-Übernahme bereichert Konzernchef François-Henri Pinault zum einen sein Portfolio um eine Marke mit Wachstumspotenzial. Zum anderen kann PPR sein Vertriebs-Know-how nutzen, um den Puma-Absatz anzukurbeln. "Puma passt perfekt zu unserer Strategie, Marken zu managen und dabei auf verschiedene Absatzkanäle zurückzugreifen", sagte PPR-Chef Pinault am Dienstag vor der Presse. "Der Deal folgt indes nicht einer Kostenlogik, die Synergien hier dürften nahe null sein", sagt Christian Devismes vom Broker Natexis.

PPR ist ein Mischkonzern mit den beiden Polen Luxus und Handel. Zur Luxussparte gehören Marken wie Gucci, Yves Saint Laurent, Stella McCartney und Bottega Veneta. Der Handelsbereich umfasst das Medienkaufhaus Fnac, den Ikea-Konkurrenten Conforama, das Versandhaus Redcats und das auf Afrika spezialisierte Handelshaus CFAO.

Mit der Gucci-Übernahme im Jahr 2001 machte der Konzern eine Strategiewende hin Richtung Luxusmarken. 2006 erwirtschaftete PPR rund 60 Prozent seines Betriebsgewinns von insgesamt 1,27 Mrd. Euro mit den Handelsaktivitäten, Luxus trug rund 40 Prozent zum Ergebnis bei. Vom Umsatz her dominieren klar die Handelsaktivitäten.

Luxus trifft Sport

"Bisher hat der Konzern bei der Entwicklung seiner Marken Geschick bewiesen", meint Experte Devismes, "PPR lässt dem jeweiligen Management viel Freiraum." Das unterscheide den Konzern vom Rivalen LVMH, der zentraler geführt würde. Konzernchef François-Henri Pinault betonte ebenfalls gestern, dass er keinerlei Absicht hege, Puma-Chef Jochen Zeitz an die kurze Leine zu legen: "Wir lassen unseren Töchtern Freiheiten im Rahmen unserer Globalstrategie."

Ein entscheidender Grund dafür, warum die Franzosen bei Puma zuschlagen, war laut Konzernchef Pinault, dass die Kunden "zunehmend Luxuswaren mit Markenprodukten aus dem Sportsektor kombinieren." Mit dem Puma-Zukauf gefährdet der Konzern nicht den Absatz seiner Luxusprodukte, kann indes der modebewussten Zielgruppe dank Puma ein breiteres Angebot machen, das preislich unterhalb der Gucci-Waren angesiedelt ist.

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