PPR wird größter Aktionär
Franzosen lassen Puma gewähren

Der französische Luxus- und Handelskonzern PPR ist zum größten Aktionär von Puma aufgestiegen. Ziel ist die vollständige Übernahme des deutschen Sportartikel-Anbieters. Das ganze geschieht in bestem Einvernehmen mit dem Puma-Management, denn das war an PPR herangetreten und hat sich weit reichende Freiheiten zusichern lassen.

HB/ali HERZOGENAURACH. PPR sei der ideale Partner für Puma, frohlockte Puma-Chef Jochen Zeitz am Dienstag bei der Bekanntgabe des Übernahmeangebots. „Beide Unternehmen haben europäische Wurzeln und ergänzen sich im Hinblick auf ihre globale Ausrichtung exzellent.“

Pinault-Printemps-Redoute-Chef Francois-Henri Pinault schlug in die gleiche Kerbe: „Puma passt perfekt zu unserer Strategie.“ Denn immer häufiger würden Kunden Luxus-Artikel mit Markenprodukten aus dem Sport-Bereich kombinieren. Dank der Puma-Übernahme sei PPR nun auch in diesem Segment vertreten und würde sich neue Kundengruppen öffnen. Ferner könne PPR Puma bei seiner weiteren Entwicklung helfen. „Es gibt zahlreiche Synergien“, sagte Pinault, ohne Details zu nennen.

Analysten verweisen darauf, dass die Übernahme weniger Kostensynergien, als so genannte weiche Synergien ergeben würde. „PPR ist Spezialist im Marken-Management, da passt Puma ganz hervorragend in das Portfolio“, so ein Experte einer deutschen Großbank. So habe PPR bewiesen, Verlustbringen wie das Mode-Label Bottega Veneta in die Gewinnzone zu führen. PPR könne zudem Puma bei seinem Vertriebsproblem in den USA helfen, wo der Konzern mit dem Versandhändler Redcats vertreten ist.

Zeitz machte den ersten Schritt

Pinault betonte, man garantiere den Fortbestand von Puma als eigenständiges Unternehmen- Auch Puma-Chef Zeitz solle im Amt bleiben. „Wir lassen unseren Marken viel Freiraum beim Management“, sagte Pinault. Zeitz und Pinault kennen sich bereits seit dem Jahr 2004, als Zeits Kandidat für den Chefposten bei der PPR-Tochter Gucci war. „Der Kontakt ist nie abgerissen“, sagte Pinault und so sei es Zeitz gewesen, der den ersten Kontakt zu den Puma-Eigner hergestellt habe.

PPR wolle Puma insbesondere durch den Aufbau von Konzept-Stores unterstützen, sagte Pinault. Derzeit erziele der Sportartikelhersteller nur 15 Prozent über den Einzelhandel. Pinault sprach von einer einzigartigen strategischen und finanziellen Chance für Puma. Experten gehen davon aus, dass die Franzosen dem deutschen Sportartikler insbesondere auf dem asiatischen Markt helfen können. Denn dort ist Puma bislang kaum vertreten, gleichwohl mit der boomenden Wirtschaft die kaufkräftige Mittelschicht ständig größer wird.

PPR ist ein Mischkonzern, der Handels- und Luxusmarken unter einem Dach vereint. Zum Konzern gehören Gucci und Yves Saint-Laurent; zur Handelssparte zählen das Medienkaufhaus Fnac, der Ikea-Konkurrent Conforama, der Versandhändler Redcats und das auf Afrika spezialisierte Handelshaus CFAO.

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