Prada verkauft an Finanzinvestor
Jil Sander wechselt den Besitzer

Jil Sander kommt nicht zur Ruhe: Rote Zahlen, Werksschließung, Querelen an der Spitze. Und nun wird das Modeunternehmen auch noch verkauft – zum zweiten Mal binnen 7 Jahren.

HB HAMBURG/MAILAND. Die italienische Prada-Gruppe hat die 1975 von der Hamburger Designerin Jil Sander gegründete Firma an das Beteiligungsunternehmen Change Capital Partners (CCP) in London verkauft. „Der Fokus der Prada Gruppe liegt auf der Weiterentwicklung der Marken Prada und Miu Miu“, teilte der Prada-Vorstandsvorsitzende Patrizio Bertelli am Donnerstag in Mailand seine Beweggründe mit.

Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, teilten die Unternehmen mit. Das Vorhaben muss noch von den Kartellbehörden genehmigt werden. Der Käufer CCP hat sich auf den Erwerb von Markenartikelunternehmen spezialisiert.

Jil Sander soll 2006 mit voraussichtlich 140 Mill. Euro Umsatz wieder operativen Gewinn schreiben. „Die Umgestaltung des Unternehmens steht kurz vor dem Abschluss“, berichtete der Vorstandsvorsitzende Gian Giacomo Ferraris.Die Produktion im schleswig-holsteinischen Ellerau mit 160 Beschäftigten wurde geschlossen, die Kollektionen kommen aus Italien. In Deutschland blieben im Zuge der Restrukturierung nur noch rund 100 Arbeitsplätze, im wesentlichen für Design- und Produktentwicklung sowie Markenmanagement.

Die Jil Sander AG war im September 1999 von Prada übernommen worden. Zwischen Vorstandschef Bertelli und der Modemacherin Sander kam es aber zu Problemen, so dass sich die Firmengründerin vollständig aus dem Unternehmen zurückzog. Eine Rückkehr als Designerin von Mai 2003 bis November 2004 blieb ein Intermezzo.

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