
HB HAMBURG. Der europäische Automarkt ist im Mai zum zweiten Mal im laufenden Jahr geschrumpft. Die Pkw-Neuzulassungen sanken um 9,3 Prozent auf knapp 1,13 Millionen, wie der europäische Branchenverband ACEA am Dienstag in Brüssel mitteilte. Gründe seien das Auslaufen der staatlichen Abwrackprämien und die weiter herausfordernde wirtschaftliche Situation.
In Deutschland wurden nicht nur die meisten Autos zugelassen, hier fiel das Minus mit 35,1 Prozent auch am heftigsten aus. Seit Jahresbeginn stiegen die Neuzulassungen in Europa aber immer noch um 1,9 Prozent auf 5,94 Millionen. Deutschland verzeichnete in diesem Zeitraum hingegen ein kräftiges Minus von 27,7 Prozent auf 1.18 Millionen.
Im Mai sanken die Pkw-Neuzulassungen in den 27 Staaten der Europäischen Union (EU) sowie in Island, Norwegen und der Schweiz um knapp neun Prozent auf 1,16 Mio. Einheiten. Dies war der zweite Rückgang in einem Monat in Folge. Als Grund nannte der Verband ACEA neben den konjunkturellen Unsicherheit das Ende der staatlichen Verkaufshilfen.
Seit Jahresbeginn erhöhten sich die Verkaufszahlen wegen der Nachwirkungen der staatlichen Stütze um zwei Prozent. Für die zweite Jahreshälfte erwarten Experten einen weiteren Rückgang der Neuzulassungen, weil immer weniger Staaten der Autoindustrie mit speziellen Programmen unter die Arme greifen.
Unter den fünf größten Ländern fiel der Rückgang im Mai in Deutschland mit 35 Prozent am höchsten aus, gefolgt von Italien mit minus 14 Prozent und Frankreich mit minus zwölf Prozent. In Großbritannien (plus 13,5 Prozent) und Spanien (plus 44,6) zogen die Pkw-Verkäufe kräftig an, was auch an den niedrigen Vergleichswerten des Vorjahres liegt.