Industrie

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Präsentation der Mercedes S-Klasse: Zetsches Rettungskreuzer kommt per Post

Für die Bilanz von Daimler-Chef Dieter Zetsche ist die neue S-Klasse entscheidend. Mit Pauken und Trompeten wurde der Wagen offiziell präsentiert. Vor allem Kunden in China muss er begeistern.

DüsseldorfDie Rettung kommt per Post: Ein Flugzeug des Logistikdienstleisters DHL brachte am Mittwochabend ein Exemplar des Mercedes-Vorzeigemodells S-Klasse per Luftfracht nach Hamburg. Denn im Auslieferungszentrum für den Riesenjet Airbus A380 in Finkenwerder präsentierte Konzernchef Dieter Zetsche offiziell seinen „Rettungskreuzer“. Für den Top-Manager steht mehr auf dem Spiel, als die Gefahr, keine gute Figur abzugeben. Das imposante Gefährt mit einer Länge von 5,24 Meter (in der L-Version) ist für seine Bilanz beim Daimler-Konzern entscheidend.

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Die S-Klasse ist für die Konzernmarke Mercedes-Benz die wichtigste Neuvorstellung in diesem Jahr. Von ihrem Erfolg erhofft sich Daimler nicht nur neuen Schwung, um seine Ziele zu erreichen, damit die enteilte Konkurrenz von BMW und Audi nicht vollends aus dem Blickfeld gerät. Mindestens ebenso wichtig ist für Zetsche, dass er mit einem gelungenen Start der S-Klasse das Chaos der vergangenen Monate – zumindest für einen Moment – vergessen machen kann.

Der Glamour rund um die Präsentation sollte das gelingen lassen: die Soulsängerin Alicia Keys sang, und fünf Köche mit 10 Sternen bekochten die rund 750 Promi-Gäste. Und auch die Hamburger Symphoniker waren mit von der Partie.

Auf dem Papier haben sich die Stuttgarter bis 2020 Zeit genommen, um die beiden Konkurrenten zu überholen. Aber je länger erste Erfolge auf sich warten lassen, desto größer werden die Zweifel an den Chancen der Aufholjagd - und damit auch an Konzernchef Dieter Zetsche. Der gilt bereits als angezählt, seit sein Vertrag im Frühjahr nur um drei statt fünf Jahre verlängert wurde. Der Betriebsrat hatte protestiert, da Zetsche zu wenig Gesprächsbereitschaft über das von ihm aufgelegte Sparprogramm gezeigt habe.

Teure Extras der neuen S-Klasse

  • Auffälligkeiten bei Extras und Preisen

    Verkaufsprospekt und Preisliste der neuen S-Klasse lagen dem Internet schon vor, als der Hersteller das Modell noch gar nicht präsentiert hatte. Wir haben mal einige besonders interessante Punkte herausgepickt ...

  • Ohne Schlüssel

    Sonderausstattung Keyless Go: Zugangs- und Fahrberechtigungssystem, besteht aus Kofferraumdeckelfernschließung, Servoschließen für Kofferraumdeckel, Hands-Free Access, Griffmuldenbeleuchtung: 1.737,40 Euro.

  • Fahrwerk

    MAGIC BODY CONTROL: vorausschauendes Fahrwerk, das die aktive Federung des Fahrwerks mit kontinuierlich einstellbaren Dämpfern und ROAD SURFACE SCAN kombiniert: 5.057,50 Euro.

  • Darkroom

    Sonnenschutz-Paket: elektrischer Sonnenrollo für die Heckscheibe und Sonnenrollos in den Fondtüren: 1.178,10 Euro.

  • Anhängerkupplung

    Anhängevorrichtung mit ESP Anhängerstabilisierung und elektrischer Entriegelung: 1.356 Euro.

  • Guter Klang

    Burmester High-End 3D-Surround-Soundsystem: mit 24 Lautsprechern, 24 Verstärkerkanälen und insgesamt 1.540 Watt Systemleistung: 7.497 Euro.

  • Nappaleder

    Polsterung Leder Nappa: bestehend aus Sitzen, Armauflagen in Türen und Mittelarmlehne in Leder Nappa mit Kontrastziernähten, Instrumententafel-Oberteil in Ledernachbildung ARTICO, Sitzgrafik im Pfeifen-Design, Innenhimmel Stoff und Fußmatten Velours: 4.641 Euro

  • Aschenbecher und Cupholder

    Doppelcupholder vorne und Aschenbechereinsätze inklusive Deckel mit Zigarettenanzünder in den Ablagefächern vorne und hinten: jeweils 89,25 Euro.

  • Teure Sicherheit

    Fahrassistenz-Paket Plus: inklusive DISTRONIC PLUS mit Lenk-Assistent und Stop & Go Pilot, PRE-SAFE Bremse, BAS PLUS mit Kreuzungs-Assistent, Aktivem Totwinkel-Assistenten, Aktivem Spurhalte-Assistenten und PRE-SAFE PLUS: 2.677,50 Euro.
    Nachtsicht-Assistent Plus: mit Personenerkennung inklusive Frontscheibe wärme- und geräuschdämmend und Infrarot reflektierend: 2.6180 Euro.
    Park-Paket: inklusive Aktivem Park-Assistenten mit PARKTRONIC und Rückfahrkamera: 1.344,60 Euro.
    360°-Kamera: 1.023,40 Euro.

  • Es werde Licht

    LED Intelligent Light System: Variable Lichtverteilung für Landstraße und Autobahn, aktive Kurvenlichtfunktion, Abbiegelichtfunktion, erweitertes Nebellicht und adaptiver Fernlicht-Assistent Plus: 1.773,10 Euro.

  • Nach oben offen

    Panorama-Schiebedach: mit Komfort- und automatischer Regenschließung, elektrischem Sonnenrollo, Einklemmschutz sowie PRE-SAFE-Schließfunktion: 1.666 Euro.

  • Beduftung

    Überraschend preiswert mutet der Parfümzerstäuber im Handschuhfach an: 416,50 Euro kostet das System AIR BALANCE, das von der Klimaanlage losgelöst die Möglichkeit bietet, den Innenraum mit vier verschiedenen Düfte anzureichern.

  • Infotainment

    TV-Tuner für digitalen Fernsehempfang mit Unterstützung u.a. von Mehrkanalton, EPG (Elektronische Programmzeitschrift) und Videotext: 1.285 Euro.

    Business-Telefonie im Fond: Bedienhörer mit Touchscreen (8,9 cm/3,5" Display mit TFT-Technologie) in der Fondarmlehne bzw. Mittelkonsole in einer Aufnahmeschale: 1.130 Euro

  • Tablet-Ablage

    Klapptische im Fond: mechanisch, ausklappbar und in der Business-Konsole des First-Class Fond (1.368,50 Euro zusätzlich) versenkbar: 2.142 Euro.

  • Große Räder

    20" Leichtmetallräder im 5-Speichen-Design, VA 245/40 R 20 auf 8,5 J x 20 ET36,5 und HA 275/35 R 20 auf 9,5 J x 20 ET44: 3.689 Euro.

  • Garantieverlängerung

    Das Mercedes-Benz Garantie-Paket schließt an die 2-jährige Neufahrzeug-Garantie an und schützt vor unvorhersehbaren Reparaturkosten. Es kostet für 24 Monate genau 1.035 Euro

Vor allem die Profitabilität ist Daimlers wunder Punkt: Während Audi zuletzt satte 11,10 Euro je 100 Euro Umsatz einnahm und BMW immerhin auf 9,90 Euro kam, sah Daimler mit 3,30 Euro eher wie ein Tagelöhner aus.

Für den einnehmenden Dr. Z, der erst kürzlich seine 60. Geburtstag feierte, häufen sich derzeit die Probleme: Die Absatzkrise in Europa macht Daimler zu schaffen. Nach einem Gewinneinbruch kassierte der zweitgrößte deutsche Autobauer seine Ergebnisprognose zweimal binnen weniger Monate. Auf dem weltgrößten Automarkt China kämpfen die Stuttgarter um den Anschluss an BMW und Audi - und finden nicht so schnell wie erhofft in die Spur.

Im Februar verkaufte der Autobauer 97.920 Autos der Marken Mercedes, AMG, Smart und Maybach – ein Rückgang von knapp 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ins Minus gerissen hatte den Absatz vor allem das Ergebnis in China. Dort verkaufte Daimler 10.134 Mercedes-Benz – ein Minus von 47,2 Prozent.  Im gesamten Jahr hat die Marke mit dem Stern dort nur ein Plus von 1,5 Prozent erzielt. So fährt man Audi und BMW in China bei den Stückzahlen und der Rendite hinterher. Kein unproblematischer Start: Die neue S-Klasse ist damit quasi zum Asien-Erfolg verdammt.

Branchenkenner rechnen im ersten vollen Produktionsjahr mit rund 100.000 verkauften Limousinen. „Das wird die Ertragskraft stärken“, erwartet Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen. „Eine positive Performance der S-Klasse wäre ein wichtiges Signal, dass man angreift“, ergänzt Experte Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. „Man hat richtig viel reingesteckt, gerade beim Thema Fahrerassistenz-Systeme.“

  • 16.05.2013, 08:26 UhrOLDENDORP

    ....................................
    ..DAIMLER--BETEILIGUNGEN
    ....................................
    ..
    offenbar bereitet die chinesische
    staatbank den einstieg bei daimler
    vor..
    ..
    daimlers führungspersonal reagiert
    mit insiderkäufen im grossen umfang.
    ..
    ..

  • 15.05.2013, 16:45 UhrDipl.-Ing.

    Uaaaah, was ist denn das für ein Journalismus, wenn es um die Vorstellung eines neuen Autos geht?
    Da interessieren die neuen Features!
    Stattdessen altes Zeug aus dem Archiv wieder aufgewärmt.
    Mannomann, ein Armutszeugnis fürs Handelsblatt!

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