Pragmatischer Autobauer
Li Shufu ist der „Henry Ford“ von China

Li Shufu sieht die Herstellung von Autos als etwas ganz Alltägliches. Ähnlich gibt sich der Geely-Chef auch selbst: Locker, entspannt, pragmatisch. Doch sein Weg zu Chinas größtem privaten Automobilhersteller war alles andere als einfach.

and NINGBO. Für einen Mann, der in der Branche das große Zittern auslöst, kommt Li Shufu erstaunlich schüchtern daher. Der Chef des chinesischen Autoherstellers Geely spricht stets ruhig und überlegt. Der 43-jährige Chinese aus Chinas Küstenprovinz Zhejiang ist eben kein PS-Schwadroneur. Autos zu bauen ist für ihn kein Wunder, sondern etwas ganz Alltägliches: „Vier Räder und ein bisschen Blech drum herum.“ Praktisch, quadratisch, gut.

Und so steht er entspannt in Jeans und weißem Hemd, das rechte Bein lässig nach vorn gestellt, und redet über die Revolution in der Autowelt. Die Preise der ausländischen Marken seien viel zu hoch. Vor allem in einem Land wie China, wo das durchschnittliche Jahreseinkommen noch immer bei nur 1 000 Euro liegt.

Geely hat gerade wieder die Preise um zehn Prozent gesenkt. Die günstigste Familienkiste gibt es nun für umgerechnet 3 000 Euro. „Wir wollen vernünftige Autos bauen, die sich die Menschen auch leisten können“, sagt Li. Und er klingt ein bisschen wie ein Politiker.

Vielen war der junge Mann mit dem Traum, Autos zu bauen, lange suspekt. Geboren als Sohn eines Reisbauern im Örtchen Taizhou, wuchs Li in einer der dunkelsten Perioden der Volksrepublik auf – während der Kulturrevolution. Doch als er 1980 die Mittelschule beendete, war Mao schon ein paar Jahre tot, und China stand vor der wirtschaftlichen Öffnung. Der junge Shufu ergriff die Chance und baute mit seinen Brüdern Mitte der achtziger Jahre eine eigene Firma auf, die zunächst Komponenten für Kühlschränke fertigte.

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