Preis angeblich zu hoch
RWE nicht mehr im Rennen um Gelsenwasser

Der Energiekonzern RWE ist nach Angaben aus unternehmensnahen Kreisen im Rennen um den Gas- und Wasserversorger Gelsenwasser ausgeschieden.

Reuters DÜSSELDORF. „RWE bietet nicht mehr mit“, hieß es aus den Kreisen am Montag. In Branchenkreisen hieß es, RWE sei der Preis für Gelsenwasser zu hoch gewesen. Dieser wurde in der Vergangenheit von Experten auf rund eine Milliarde Euro veranschlagt. Am vergangenen Donnerstag hatte RWE-Konzernchef Harry Roels bei der Vorstellung der neuen Unternehmensstrategie erklärt, man habe bei Gelsenwasser eine Vertraulichkeitserklärung abgegeben und werde sich dazu dementsprechend nicht weiter äußern. Eine RWE-Konzernsprecherin wollte mit Blick auf diese Erklärung keinen weiteren Kommentar abgeben.

Roels hatte zuletzt grundsätzliches Interesse an „kleineren“ Akquisitionen erneut nicht ausgeschlossen, gleichzeitig aber das Ziel eines spürbaren Schuldenabbaus bekräftigt.

In Branchenkreisen wurde der RWE-Rückzug aus dem Bieterverfahren um Gelsenwasser als Hinweis gewertet, dass sich die Essener verstärkt um andere Zukäufe auf dem deutschen Energiemarkt bemühen. Erklärtes Interesse besteht seitens RWEs an dem von der RAG (früher Ruhrkohle) zum Verkauf gestellten Stromerzeuger Steag sowie am ostdeutschen Ferngasunternehmen VNG. Dass Deutschlands zweitgrößter Versorger alle für ihn interessanten Unternehmen erwerben könnte, wurde in der Branche mit Blick auf die Finanzlage als unwahrscheinlich bezeichnet.

Für Steag dürfte die RAG bis zu zwei Mrd. € haben wollen, hieß es weiter. VNG schließlich dürfte etwa 500 Mill. € kosten.

RWE hat sich nach einer teuren Einkaufstour im vorigen Jahr die Integration der neu erworbenen Gesellschaften und eine Straffung der bisherigen komplizierten Konzernstruktur zum Ziel gesetzt. Die in der vorigen Woche vorgestellte Struktur sieht im Kern die Konzentration des Strom- und Gasgeschäfts in je einer Erzeugungs- und einer Vertriebsgesellschaft vor.

Eon muss sich im Zuge seiner Fusion mit dem Essener Erdgas-Importeuer Ruhrgas von Gelsenwasser trennen. Interesse an dem Unternehmen wird auch dem französischen Wasserversorger Veolia nachgesagt.

Die RWE-Aktie notierte am Montagnachmittag in einem freundlichen Marktumfeld bei 26,61 € um 0,83 % höher.

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