Preis je Aktie dürfte über 30 Euro liegen
Analysten sehen Stada als Übernahmekandidat

Die Konsolidierung unter den deutschen Herstellern von Nachahmermedikamenten ist nach Ansicht von Experten nach der Übernahme von Hexal noch längst nicht beendet.

HB FRANKFURT. Als nächstes Übernahmeziel nach dem zweitgrößten deutschen Branchenunternehmen Hexal gilt Experten der börsennotierte Stada-Konzern, die Nummer drei der Branche. „Von den großen Generikaunternehmen in Deutschland ist Hexal übernommen, bei Ratiopharm macht die Familienstruktur eine Übernahme schwierig, so dass nur noch Stada als Übernahmeziel übrig bleibt“, sagte Commerzbank-Branchenanalyst Oliver Reinberg am Montag. „Dies erhöht sicher auch den Zeitdruck auf potenzielle Interessenten“, ergänzte er.

Die im Nebenwerte-Index MDax notierte Stada-Aktie gewann wegen der Spekulationen zeitweise mehr als neun Prozent. Das im Besitz der Unternehmerfamilie Merckle (Phoenix Pharmahandel, HeidelbergCement) befindliche Unternehmen Ratiopharm aus Ulm ist Deutschlands größter Hersteller von Nachahmerpräparaten. Der Schweizer Pharmariese Novartis übernimmt die Hexal AG aus dem oberbayerischen Holzkirchen sowie 67,7 Prozent am US-Unternehmen Eon Labs, die ebenfalls den Hexal- Eigentümern Strüngmann gehören, für rund 5,65 Milliarden Euro. Damit verdrängt Novartis den bisher weltweiten Branchenprimus, die israelische Teva, auf den zweiten Platz der Rangliste.

Deutscher Generikamarkt ist Nummer Eins in Europa

Das Generika-Geschäft gilt zwar als weniger profitabel als das Geschäft mit Originalpräparaten. Dafür ist es aber weitaus risikoärmer und nicht mit hohen Forschungs- und Entwicklungskosten verbunden. Angesichts des Kostendrucks in den staatlichen Gesundheitssystemen hat die Generikabranche in den vergangenen Jahren deutlich Marktanteile gewonnen. In Deutschland kommen Nachahmerpräparate nach Einschätzung der HSH Nordbank bereits auf einen Anteil von 40 Prozent an den verschriebenen Medikamenten. Der Einstieg in den deutschen Markt ist für ausländische Arzneimittelhersteller interessant, da hier die Preise höher sind als in anderen Ländern. Nach Schätzung des Pharmamarktdatenanbieters IMS Health kam der deutsche Generikamarkt 2004 auf ein Volumen von 4,58 Milliarden Euro bei einem Wachstum von 3,7 Prozent. Damit ist Deutschland Europas größter Generikamarkt und weltweit nach den USA die Nummer zwei.

Die frühere Apothekergenossenschaft Stada aus Bad Vilbel äußert sich grundsätzlich nicht zu Übernahmespekulationen. Ein Sprecher verwies aber auf Aussagen von Vorstandschef Hartmut Retzlaff auf der Hauptversammlung 2004, wonach Stada an seiner Eigenständigkeit festhalten wolle. Gleichwohl würde eine Offerte ohne Vorbehalte geprüft. Retzlaff hatte eingeräumt, Stada gelte schon wegen des Streubesitzes von 100 Prozent als Übernahmekandidat.

Nach Einschätzung von Alexander Groschke, Analyst bei der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP), kommen als potenzielle Käufer für Stada neben Teva auch der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck und die französische Sanofi-Aventis in Frage. Merck-Chef Bernhard Scheuble hatte im vergangenen Jahr angekündigt, mögliche Übernahmen im Geschäft mit Nachahmer- Präparaten zu überprüfen. Auch der Sanofi-Aventis-Konzern, die Nummer drei der Pharmabranche weltweit, will erklärtermaßen im Generikageschäft auch durch Zukäufe wachsen.

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