Preis liegt bei 13,1 Milliarden Dollar
Gazprom macht Sibneft-Kauf perfekt

Der russische Gasmonopolist Gazprom zahlt für den heimischen Ölkonzern Sibneft 13,1 Milliarden Dollar. Damit endet ein monatelanges Ringen, in dem auch Wladimir Putin eine Rolle spielte.

HB MOSKAU. Gazprom werde den 72-Prozent-Anteil der Investorengruppe Millhouse um den russischen Milliardär Roman Abramowitsch kaufen, teilte der Gaskonzern am Mittwoch mit. Eine entsprechende Vereinbarung für die größte Übernahme in Russland hätten beide Seiten unterzeichnet. Damit steigt der Anteil Gazproms an Russlands fünftgrößtem Ölunternehmen auf knapp 76 Prozent. An Gazprom ist der deutsche Versorger Eon Ruhrgas mit rund 6,5 Prozent beteiligt.

Vor einer Woche hatte es noch geheißen, Gasprom verhandele mit ausländischen Banken über die Aufnahme eines Kredits. Die Gelder sollten laut russischen Medienberichten von ABN Amro, der Dresdner Bank, Citigroup, Credit Suisse First Boston, Goldman Sachs und Morgan Stanley zur Verfügung gestellt werden. Inwiefern die genannten Institute nun tatsächlich Kredit gegeben haben, ist unbekannt.

Es gibt bereits seit längerer Zeit Spekulationen darüber, dass die von dem Milliardär Roman Abramowitsch angeführten Mehrheitsaktionäre von Sibneft das Unternehmen komplett an Gazprom verkaufen wollen. Abramowitsch, der nach Medienberichten reichste Mann Russlands, ist in der Öffentlichkeit vor allem durch sein finanzielles Engagement bei dem englischen Fußball-Club FC Chelsea bekannt. Er hat sich bereits von vielen seiner Beteiligungen in Russland getrennt.

Hinter Gazprom steht als Mehrheitseigner der Kreml. Moskau will das Unternehmen zu einem internationalen Ölmulti ausbauen. Vorstandschef Alexej Miller hatte dazu auf der Hauptversammlung im Juni Käufe von Ölgesellschaften im In- und Ausland angekündigt. Die von Russlands Präsident Wladimir Putin angekündigte Fusion von Gazprom mit dem staatlichen Ölförderer Rosneft wurde indes im Mai nach langem Machtkampf im Kreml abgeblasen.

Die Übernahme von Sibneft durch Gazprom muss noch vom russischen Kartellamt gebilligt werden. Das russische Ministerium für Wirtschaftsentwicklung und Handel wendet sich nach älteren Meldungen gegen den Kauf.

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