Preisabsprachen für den Weltmarkt?
De Beers zieht es zurück auf den US-Markt

Der größte Diamantenproduzent der Welt, De Beers, will sich angeblich in der kommenden Woche vor einem Gericht in den USA der illegalen Preisabsprache schuldig bekennen und sich damit nach fast 50 Jahren den Weg zurück auf den amerikanischen Markt sichern.

dpa WASHINGTON. Ein entsprechender Schritt sei am kommenden Dienstag zu erwarten, berichtete die New York Times unter Berufung auf einen Angestellten des zuständigen Bundesgerichts in Columbus (Ohio) und einen mit dem Fall befassten Anwalt. Wie es weiter hieß, droht dem Unternehmen eine Strafe von maximal 10 Mill. Dollar.

Der Zeitung zufolge haben De Beers, die Ankläger und das Gericht seit Monaten im Einvernehmen über das Schuldbekenntnis verhandelt. Im Mittelpunkt stehe eine 1994 von der US-Regierung erhobene Anklage. Darin wurde General Electric (GE), einem weiteren führenden Produzenten von Industriediamanten, angelastet, 1991 und 1992 mit einer De-Beers-Tochter Preisabsprachen für den Weltmarkt getroffen zu haben. Preisinformationen hätten beide über einen französischen Geschäftsmann ausgetauscht.

Wie es weiter hieß, war das US-Justizministerium seinerzeit nicht zur Strafverfolgung von De Beers in der Lage, da das Unternehmen – seit 1945 wiederholt in den USA von Verfahren wegen Kartellverstößen bedroht – in Übersee operierte und sich weigerte, sich der amerikanischen Gerichtsbarkeit zu unterwerfen. Die Klage gegen GE wurde nach einem fünfwöchigen Prozess wegen Mangels an Beweisen fallen gelassen.

Der New York Times zufolge würde das Schuldbekenntnis es De Beers ermöglichen, sich schrittweise wieder direkt auf dem lukrativsten Diamantenmarkt der Welt zu etablieren, nicht mehr wie seit zehn Jahren über Zwischenhändler.

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