Preisanpassungen
Eon und Gazprom einig über neue Gas-Verträge

Eon und Gazprom haben sich auf günstigere Gaslieferverträge geeinigt. Die langen Verhandlungen haben sich für Eon gelohnt. Der größte deutsche Energiekonzern kann seine Prognose nach oben korrigieren.
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DüsseldorfDer größte deutsche Versorger Eon hat sich mit dem russischen Gazprom-Konzern auf günstigere Gaslieferverträge geeinigt und daraufhin seine Prognose angehoben. Die Vereinbarung habe einen rückwirkenden Effekt bis zum vierten Quartal 2010, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Auf das Halbjahresergebnis 2012 habe die Einigung einen positiven Effekt von etwa einer Milliarde Euro. Für das Gesamtjahr erwarte Eon nun einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 10,4 bis 11,0 Milliarden Euro. Bislang hatte der Konzern 9,6 bis 10,2 Milliarden Euro angepeilt.

„Mit den Vereinbarungen festigen wir unsere langjährige erfolgreiche Partnerschaft mit Gazprom“, erklärte Konzernchef Johannes Teyssen. Mit dem Abschluss der Verhandlungen mit Gazprom habe Eon nun die Preiskonditionen von 100 Prozent der aktuell ölpreisgebundenen Mengen erfolgreich neu verhandelt. „Diese Vereinbarung ist ein Kompromiss, der die derzeitigen Trends und Entwicklungen auf dem Gasmarkt berücksichtigt“, sagte Gazprom-Export-Chef Alexander Medwedew.

Der für die Dividende entscheidende nachhaltige Konzernüberschuss werde zwischen 4,1 und 4,5 Milliarden Euro betragen nach bislang angestrebten 2,3 bis 2,7 Milliarden Euro, teilte Eon mit. Die Eon-Aktie legte zu und notierte rund drei Prozent im Plus.

Neben dem Atomausstieg war das Gasgeschäft für Eon zuletzt einer der großen Belastungsfaktoren. Der Konzern schrieb hier teilweise hohe Verluste. Dies lag daran, dass Eon Ruhrgas seinem Lieferanten Gazprom in den langfristig festgelegten Verträgen noch hohe Preise zahlen musste, während die eigenen Großkunden wie Stadtwerke nur noch die wegen des inzwischen herrschenden Überangebots gefallenen Preise berappen wollen. Die Folge: Eon kaufte Gas teurer ein, als er es verkaufen konnte. Die Tochterfirma Eon Ruhrgas hatte deshalb im vergangenen Jahr einen Verlust von rund 700 Millionen Euro wegstecken müssen.

Eon-Chef Teyssen hatte Gazprom-Boss Alexej Miller zu Zugeständnissen aufgefordert, biss damit jedoch lange Zeit auf Granit. Eon hatte bereits Schiedsverfahren eingeleitet. Die Vertragsänderungen spiegelten die veränderten Marktbedingungen wider, erklärte Gazprom nun. Langfristverträge bildeten aber weiter die Grundlage für russische Lieferungen nach Deutschland.

Die Vereinbarung könne zu höheren Gasexporten nach Deutschland führen, ergänzte der Gasriese. Gazprom gehört zu den wichtigsten Lieferanten der deutschen Energieriesen. Eon bezieht etwa ein Drittel seiner Lieferungen aus Russland. Die Laufzeit der Verträge reicht teilweise über das Jahr 2030 hinaus. Vor einigen Wochen hatten sich die Düsseldorfer bereits mit ihrem norwegischen Lieferanten Statoil auf neue Verträge geeinigt.

Auch Konkurrent RWE schrieb im Gashandel bisher zum Teil hohe Verluste. Gazprom hatte auch eine baldige Einigung mit dem Eon-Konkurrenten RWE als gut möglich bezeichnet. RWE bezieht ebenfalls einen Großteil seiner Erdgaslieferungen aus Russland. Der Konzern hatte die Erwartungen auf eine baldige Einigung mit den Russen jedoch gedämpft und weitere Zugeständnisse gefordert. "Die Vorschläge von Gazprom bleiben derzeit noch weiter hinter dem zurück, was wir mit anderen bereits erreicht haben", hatte RWE betont. Gazprom gilt als harter Verhandlungspartner. Nicht selten gab es bei Verhandlungen, wie etwa zur Beteiligung an Gasfeldern, noch in letzter Sekunde neue Verzögerungen.

Agentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Preisanpassungen: Eon und Gazprom einig über neue Gas-Verträge"

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  • Gaspreise für Endkunden wurden und werden vom freien Markt bestimmt, weshalb EON bisher hohe Verluste mit dem Gasgeschäft machte. Was soll da der Regulierer bitte schön besser machen?

  • Was soll das Gejammer??
    Kaufen Sie sich doch einfach EON-Aktien!
    Das Wunderbare an einem freien Markt ist doch gerade, dass er allen offensteht... KEINER hindert sie daran, selbst zu profitieren!

  • EON zahlt also nun weniger für sein Gas. Die Öl-Gaspreiskopplung ist also hinfällig.
    Was hat der Kunde davon?

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