Preisanstieg
Rohstoffe werden für Unternehmen zur Kostenfalle

Die Unternehmen leiden unter den steigenden Preisen - fast mehr als unter der europäischen Finanzkrise. Rohstoffe sind deutlich teurer als vor zehn Jahren. Besonders beim Einkauf haben die Unternehmen Defizite.
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DüsseldorfDie Rohstoffpreise schwanken seit dem Absturz durch die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 von Jahr zu Jahr stärker. Die Unternehmen stellt das vor große Probleme, weil sie ihr Geschäft dadurch nur noch schwer kalkulieren können. Ihnen bereitet die Entwicklung der Rohstoffpreise sogar weitaus größere Sorgen als die Krise in der Europäischen Union.

Dies zeigt die jährliche Rohstoffumfrage der Kölner Unternehmensberatung Inverto in Kooperation mit dem Agrarinformationsdienst AMI und dem Handelsblatt. Befragt wurden knapp 150 Einkaufsleiter, Geschäftsführer und strategische Rohstoffeinkäufer in Deutschland.

Das Ergebnis: Rohstoffe beeinflussen das Geschäft heute anders als noch im vergangenen Jahr. Damals befürchteten die Firmen noch Versorgungsengpässe. Nun bereiten 92 Prozent der Befragten die Preisschwankungen erhebliches Kopfzerbrechen. Konjunkturrisiken etwa schlagen nur mit 38 Prozent zu Buche.

Die Entwicklung der Rohstoffpreise schlägt in fast allen Branchen durch. Zuletzt warnte beispielsweise der Konsumgüterkonzern Unilever vor steigenden Rohstoffkosten im weiteren Jahresverlauf. Sein Konkurrent Procter & Gamble hatte kurz zuvor sogar von Umsatzeinbußen unter anderem wegen hoher Rohstoffpreise berichtet. Ganz ähnlich sieht es beim österreichischen Gummispezialisten Semperit aus.

Gemessen am vielbeachteten Rohstoffindex CRB sind die Grundstoffe zwar inzwischen billiger geworden, doch kosten sie immer noch deutlich mehr als vor zehn Jahren. Damals hatte der steile Preisanstieg an den internationalen Rohstoffmärkten begonnen. Zum Vergleich: Der CRB-Index lag im Jahr 2002 bei knapp 200 Punkten und befindet sich heute im Durchschnitt bei 300 Punkten.

Die Veränderungen an den internationalen Rohstoffmärkten, allen voran die starken Preisausschläge, schlagen sich vor allem in den Fixpreisvereinbarungen mit Lieferanten nieder. 58 Prozent der befragten Unternehmen berichten von verkürzten Fristen. Das Geschäft wird also direkt dadurch beeinflusst.

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