Preisdruck
Deutscher Generikamarkt schrumpft

Ein zunehmender Preisdruck auf dem Markt für Generika sorgt für Umsatzeinbußen bei den Herstellern. Die Branche rechnet zudem mit einem „teuflischen“ Rabatt-Plan der Ortskrankenkassen.

FRANKFURT. Gesetzesänderungen und eine restriktive Politik der Krankenkassen setzen den deutschen Markt für patentfreie Medikamente heftig unter Druck. Nach Einschätzung von Fachleuten müssen die meisten Generikahersteller daher im dritten und vierten Quartal mit deutlichen Einbußen rechnen.

So sind die Umsätze bei den führenden Unternehmen der Branche nach Daten des Marktforschungsunternehmens Insight Health ab Mai um etwa ein Drittel eingebrochen. Im gesamten zweiten Halbjahr dürften die Erlöse der Branche nach Schätzung von Insight-Health-Manager Jürgen Rost um acht bis zehn Prozent unter Vorjahresniveau liegen, während sie bis April noch stetig zugelegt hatten.

Die Schwierigkeiten auf dem deutschen Markt waren unter anderem bereits eine von mehreren Ursachen für die zuletzt enttäuschende Performance von Sandoz, der Generikatochter von Novartis, die im dritten Quartal ein Umsatzminus von vier Prozent verbuchte. Der Pharmagroßhändler Celesio berichtet gestern, dass staatliche Eingriffe vor allem in Deutschland und Frankreich das Marktumfeld spürbar beeinträchtigten. Auch beim Generikahersteller Stada, der heute seine Quartalszahlen vorlegt, dürfte der schwache Markt Spuren hinterlassen haben. Allerdings hat sich der Bad Vilbeler Pharmahersteller dank seiner Niedrigpreis-Tochter Aliud offenbar besser aus der Affäre gezogen als viele Konkurrenten.

Grund für den Einbruch sind mehrere politische Einflussfaktoren, darunter ein zehnprozentiger Zwangsrabatt im Rahmen des Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeits-Gesetzes (AVWG) sowie eine turnusmäßige Absenkung so genannter Festbeträge, die als Erstattungsobergrenzen für die gesetzlichen Krankenkassen dienen. Eine Neuregelung, wonach besonders preiswerte Medikamente von einer Zuzahlungspflicht ausgenommen werden, löste zudem im Mai eine heftige Preissenkungs-Runde im Generikamarkt aus. Anfang November wurden zahlreiche weitere Medikamente in diese Regelung einbezogen. „Damit wurde die staatliche Preisschraube in diesem Jahr quasi dreimal hintereinander angedreht“, sagt Rost.

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