Preise werden gesenkt
VW verliert in China an Fahrt

Der Volkswagen-Konzern hat die Preise für seine Autos in China gesenkt und ist damit seinem US-Konkurrenten General Motors auf dem am schnellsten wachsenden Automobilmarkt der Welt gefolgt.

HB PEKING. Nach Beteuerungen noch in der vergangenen Woche, trotz des schärferen Wettbewerbs die Preise stabil zu halten, kündigte VW am Donnerstag Ermäßigungen für die meisten Modelle aus seinen Gemeinschaftsunternehmen in Schanghai und Changchun an. Der chinesische Marktführer, dessen Absatz in den ersten vier Monaten des Jahres deutlich hinter der Marktentwicklung in China zurückgeblieben war, reagiert damit auf die Kaufzurückhaltung der Kunden.

Im Mai gab der Autoabsatz in China den zweiten Monat in Folge zum Vormonat um 19,4 % nach. Analysten begründeten den Schritt von VW mit dem Kampf um Marktanteile mit GM. „Wenn Volkswagen seine führende Position halten will, muss es dem Beispiel von GM folgen“, sagte Zhao Lei von Orient Scurites. GM hatte im vergangenen Monat die Preise für zwei seiner wichtigsten Modelle um bis zu elf Prozent gesenkt.

In einer Mitteilung wurden die Preissenkungen auf dem größten Markt außerhalb Deutschlands zwar damit begründet, dass Volkswagen den Zuschlag als Hauptsponsor der Olympischen Spiele 2008 in Peking „feiern“ wolle. Die Schanghaier Zeitung „Jiefang Ribao“ zitierte aber einen Vertreter von Volkswagen, der bisherige Absatz habe die selbst gesteckten Ziele nicht erreicht.

Das enttäuschende Absatzplus von nur drei Prozent in den ersten vier Monaten des Jahres, während der Markt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 42 % zugenommen hatte, hatte Vorstandsmitglied Folker Weißgerber vor einer Woche noch mit „Kapazitätsproblemen“ begründet. Gleichzeitig hatte der Präsident von Volkswagen China, Bernd Leißner, betont, die Preise nicht ändern zu wollen. Es wurde Ärger mit Kunden befürchtet, die gerade noch höhere Preise bezahlt haben.

Auf Nachfrage wollte sich VW in Peking zunächst nicht äußern, sondern übermittelte nur die Pressemitteilung, dass aus „Dankbarkeit“ über die Wahl als Sponsor für Olympia 2008 neue „attraktive Preise“ angeboten werden. Die Situation auf dem chinesischen Personenwagenmarkt, der im Vorjahr einen rasanten Zuwachs von 75 % erlebt hatte, hat sich in den vergangenen zwei Monaten mit Verkaufsrückgängen von jeweils 20 % gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich verschlechtert. Dieses Jahr erwartet Volkswagen nur noch einen Zuwachs des Gesamtmarktes von 18 %.

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