Preisfreiheit: Arzneien geraten unter Preisdruck

Preisfreiheit
Arzneien geraten unter Preisdruck

In Zukunft sollen Apotheken von den Pharmafirmen keine Rabatte mehr bekommen. Die großen Pharmakonzerne fürchten nun um ihre längerfristigen Perspektiven auf dem deutschen Markt.

HB FRANKFURT. Die Hersteller rezeptpflichtiger Arzneien müssen sich auf empfindliche Preissenkungen einstellen. Wenn der Bundestag heute wie erwartet das Gesetz zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der Arzneimittelversorgung (GVWA) verabschiedet, werden die Krankenkassen schon vom 1. April an für viele Medikamente deutlich weniger bezahlen.

Insgesamt soll das Gesetz die Kassen um 1,3 Mrd. Euro im Jahr entlasten. Für die Hersteller ist damit zwar nicht das Ende des Wachstums gekommen, aber die Umsätze steigen langsamer. Das Marktforschungsunternehmen IMS Health rechnet damit, dass die Umsätze auf Herstellerebene in diesem Jahr um vier Prozent steigen. Im vergangenen Jahr hatte die Branche ein Plus von neun Prozent verbucht.

Die Neuregelung betrifft vor allem so genannte Generika, Medikamente auf der Basis älterer Wirkstoffe, die nicht mehr unter Patentschutz stehen. Der Gesetzentwurf verordnet ihnen eine Preissenkung von zehn Prozent. Gleichzeitig sollen die Hersteller dieser Produkte den Apothekern künftig keine Naturalrabatte mehr einräumen dürfen.

Neben den führenden Anbietern Ratiopharm, Sandoz/Hexal, Stada und Betapharm tummeln sich etwa 30 weitere Hersteller auf dem deutschen Generikamarkt. Gerade die kleineren wird die Neuregelung voraussichtlich hart treffen, weil sie im Gegensatz zu den großen Anbietern lieber auf den Preiswettbewerb setzen, statt den Apothekern Rabatte zu gewähren. Der Druck, die Preise weiter zu senken, dürfte einige von ihnen in Existenznöte bringen.

Die großen Generikafirmen sehen sich dagegen durch das geplante Gesetz sogar teilweise entlastet, weil die branchenüblichen Naturalrabatte künftig wegfallen. Zudem sind sie durch ihre Auslandsaktivitäten besser abgefedert. „Wir sehen die Entwicklung daher relativ gelassen“, sagte Stada-Chef Hartmut Retzlaff dem Handelsblatt.

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