Preismoratorium
Pharmaindustrie fordert Aufhebung des Arzneimittel-Preisstopps

Die Pharmaindustrie rüttelt an dem vor Jahresfrist erlassenen Preisstopp für Arzneimittel: Der Grund: Die pharmazeutische Industrie habe ihren Sparbeitrag zur Stabilisierung des Gesundheitssystems geleistet.
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BerlinDie Pharmaindustrie rüttelt an dem vor Jahresfrist erlassenen Preisstopp für Arzneimittel. „Das Preismoratorium muss aufgehoben werden, sein Grund ist entfallen“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI), Bernd Wegener, am Dienstag in Berlin. Die pharmazeutische Industrie habe ihren Sparbeitrag zur Stabilisierung des Gesundheitssystems geleistet. Deshalb müsse „endlich Schluss sein mit der einseitigen Belastung und Überreglementierung“.

Das Preismoratorium war vor einem Jahr - zusammen mit erhöhten Zwangsrabatten für verschreibungspflichtige Medikamente ohne Preisobergrenze - in Kraft getreten: Ziel war die Eindämmung der ständig steigenden Arzneimittelausgaben, zumal auch ein zweistelliges Milliardendefizit bei den Krankenkassen drohte. Mit dem Sparpaket sollten diese bis Ende 2013 jährlich um eine Milliarde Euro entlastet werden. Die befürchtete negative Entwicklung für das Gesundheitssystem sei aber ausgeblieben: Die deutsche Wirtschaft wachse wieder, die Regierung sprechen über Steuersenkungen und die gesetzliche Krankenversicherung melde Milliardenüberschüsse, argumentiert der BPI.

Dies sei „auch kein Wunder, sind doch die Ausgaben für Arzneimittel um fast fünf Prozent gesunken, während die Kosten bei den Ärzten und Krankenhäusern weiter steigen“. Der BPI verweist bei seiner Forderung auf die EU-Transparenzrichtlinie, wonach ein staatlich verordnetes Preismoratorium regelmäßig überprüft werden muss. Nach einem Jahr sei dies nun notwendig.

Kommentare zu " Preismoratorium: Pharmaindustrie fordert Aufhebung des Arzneimittel-Preisstopps"

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  • Die arme Pharmaindustrie. Ich könnte heulen. Was wir heutzutage für Medikamente bezahlen müssen, ist nur noch ein Skandal. Schon unter der SPD –Regierung wurden die Krankenkassen aufgefordert, bei den Medikamentenkosten zu sparen. Die Krankenkassen haben dann neue Listen von Medikamenten herausgegeben, die die gleiche Wirkung haben, aber erheblich preiswerter sein sollten. Daraufhin hat die Pharmaindustrie mit neuen Medikamenten und Preisen reagiert. Heute reicht das Geld schon wieder nicht aus, um die Arzneien aus den Krankenkassenbeiträgen zu bezahlen. Solange hier in Deutschland nicht etwas gegen die Abzocke der Beitragszahler unternommen wird, geht das Spiel bis zum Exitus der KV weiter. Die Politiker sollten einfach einmal den Markt für Medikamente weltweit öffnen.
    Nur so entsteht Wettbewerb und wir bekommen bezahlbare Medikamente für unsere Krankenkassenbeiträge. Die Globalisierung kann nicht nur einseitig stattfinden, sondern die Menschen in D müssen auch durch preiswerte Importe an der Globalisierung profitieren. Komisch ist nur, dass Deutsche Medikamente im Ausland deutlich preiswerter zu haben sind.

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