Preisschlacht
Rabatt-Verträge rütteln Generikamarkt durch

Im Markt für patentfreie Medikamenten steigt der Preisdruck. Bei der AOK-Ausschreibung konnten sich etliche bisher unscheinbare Anbieter mit Rabatt-Verträgen gegen die Marktführer ratiopharm und Stada durchsetzen. Die Entscheidung könnte Signalwirkung für die gesamte Branche haben.

FRANKFURT. Die jüngsten Rabatt-Verträge der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) dürften die Marktanteile auf dem deutschen Generikamarkt deutlich in Bewegung bringen und für weiteren heftigen Preisdruck in diesem Segment des Pharmamarktes sorgen. Davon gehen Branchenkenner aus, nachdem erste Ergebnisse der jüngsten Ausschreibungen bekannt geworden sind.

Danach sind bei den bisherigen Entscheidungen der AOK überraschenderweise nicht nur die beiden deutschen Marktführer Ratiopharm und Stada leer ausgegangen, sondern auch der israelische Konzern Teva, der eine Expansion in Zentraleuropa auf seine Fahnen geheftet hat. Viele Beobachter hatten damit gerechnet, dass der weltweit größte Generikahersteller mit relativ aggressiven Angeboten versuchen würde, seine noch relativ schwache Position in Deutschland auszubauen.

Statt dessen haben sich bisher offenbar in erster Linie die Sanofi-Aventis-Tochter Winthrop sowie die Firma 1a Pharma durchgesetzt, die über Sandoz/Hexal zur Generikasparte des Baseler Novartis-Konzerns gehört. Zuschläge haben darüber hinaus eine Reihe kleinerer Hersteller erhalten, so etwa die kleine firme KSK Pharma für das umsatzstarke Magenmittel Omeprazol.

Insgesamt hat die federführende AOK Baden-Württemberg bisher über mehr als 44 der 64 europaweit ausgeschriebenen Wirkstoffe entschieden und die Anbieter inzwischen auch darüber informiert, inwieweit sie Zuschläge erhalten können. Über die restlichen Substanzen will die AOK bis zum Ende der kommenden Woche entscheiden. Das Gesamtpaket repräsentiert nach Angaben der AOK einen Umsatz von 2,3 Mrd. Euro und damit fast ein Viertel des deutschen Marktes für patentfreie Medikamente (Generika).

Die Rabattverträge dürften damit erheblichen Einfluss auf die Verteilung von Marktanteilen in den kommenden Jahren haben. Fachleute aus der Branche rechnen vor diesem Hintergrund damit, dass es zu einer Flut von Anfechtungsklagen gegen die Entscheidungen der AOK kommen wird und die Pharmakonzerne auf diesem Weg versuchen werden, doch noch ins Geschäft zu kommen.

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