Preisschock
Spielzeug wird deutlich teurer

Spielwaren werden im kommenden Jahr nach Einschätzung der Branche um bis zu zehn Prozent teurer. Nach Angaben des Branchenverbandes BVS soll das unter anderem am hohen Ölpreis Schuld liegen.

HB NÜRNBERG. Aufschläge werde es vor allem bei Import-Spielzeug aus China geben, kündigte der Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) am Donnerstag in Nürnberg an. Gestiegene Löhne und neue Zertifizierungsverfahren für Spielzeug-Exporte hätten in China die Produktionskosten erhöht. Bei Plastikspielzeug schlage zudem der hohe Ölpreis zu Buche. Nur ein Teil der Kosten könne vom starken Euro aufgefangen werden. In Europa hergestellte Spielwaren würden um bis zu fünf Prozent teurer.

BVS-Geschäftsführer Willy Fischel sieht trotz des harten Wettbewerbs gute Chancen, die deutlichen Preiserhöhungen am Markt durchzusetzen. „Da wird niemand drum herumkommen. Keiner in der Branche hat die Möglichkeit, die auf uns zukommenden Kosten anderweitig zu kompensieren“, betonte der Verbandschef. Im aktuellen Weihnachtsgeschäft würden die Preiserhöhungen aber noch nicht wirksam.

Insgesamt sieht sich die Spielwaren-Branche nach Fischels Einschätzung in einer „stabilen Situation“. Für dieses Jahr rechnet der Handel bei traditionellem Spielzeug erneut mit einem dreiprozentigen Umsatzzuwachs auf 2,284 Mrd. Euro. Der Umsatz mit Videospielen dürfte sogar um 25 Prozent auf 1,176 Mrd. Euro klettern. Der Gesamtmarkt wird damit nach Verbandseinschätzung in diesem Jahr um 9,5 Prozent auf 3,46 Mrd. Euro wachsen. Die Rückrufaktionen in diesem Jahr hätten nicht zu einem Umsatzverlust geführt, sagte Fischel. Vor allem der US-Spielzeugriese Mattel (Barbie) hatte unter anderem wegen bleihaltiger Farbe in China produzierte Spielwaren millionenfach zurückrufen müssen.

Im bevorstehenden Weihnachtsgeschäft setzt die Branche auf den Trend, dass „für immer weniger Kinder immer mehr Geld ausgegeben wird“, sagte der BVS-Geschäftsführer. „Wir sind daher optimistisch, das bisherige Umsatztempo im Weihnachtsgeschäft zu halten. Jeder dritte Euro wird im November und Dezember ausgegeben. Damit entwickeln sich die Umsätze der Branche besser als die Geburtenrate“, sagte Fischel.

Der Handel erhofft sich vor allem von einem ferngesteuerten Plastik-Insekt „Dragonfly“ und der Deutschland-Edition des Spiels „Monopoly“ Umsatzimpulse im Weihnachtsgeschäft. Auf einer Top 10-Liste umsatzträchtiger Spielzeug-Neuheiten rangiert nach Angaben des stellvertretenden BVS-Geschäftsführers Steffen Kahnt außerdem eine große Ritterburg aus Bausteinen. Als „Jungen-Trend des Jahres“ sieht Kahnt ein Auto, das sich sekundenschnell in einen martialischen Kampfroboter verwandelt - angeregt durch den Film „Transformer“ von Steven Spielberg. Mädchen schätzten Spielzeug rund um das Pferd.

Von dem leichten Aufwind der Spielwarenbranche profitieren nach Angaben des Deutschen Verbandes der Spielwaren-Industrie (DVSI) zunehmend auch die Hersteller. Diese hätten im vergangenen Jahr ihren Umsatz um 6,2 Prozent auf 1,19 Mrd. Euro steigern können, sagte DVSI-Chef Volker Schmid. Die Zahl der in der Branche beschäftigten Mitarbeiter sei im Vorjahr um 12 000 oder acht Prozent gestiegen. Hauptkonkurrent sei weiterhin China; von dort kämen mehr als 57 Prozent aller Spielwaren-Importe hierzulande. Im vergangenen Jahr sei das entsprechende Importvolumen aber nur noch um 1,8 Prozent gewachsen.

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