Preisverfall bei Eisenerz
Autohersteller hoffen auf billigen Stahl

Die Kunden der Stahlkonzerne können sich auf kräftige Preisnachlässe einstellen. Nachdem sich Japans Stahlproduzenten mit dem Rohstoffkonzern Rio Tinto auf eine Senkung der Erzpreise um 37 Prozent geeinigt haben, werden aus Sicht von Experten die Hersteller in Nordamerika und Europa bald nachziehen.

mcs/mur FRANKFURT. Es ist der erste Preisverfall bei Eisenerz seit sieben Jahren, weil die Nachfrage im Zuge der Wirtschaftskrise weltweit eingebrochen ist.

"Der Vertragsabschluss in Japan ist nun die Benchmark, und man kann davon ausgehen, dass diese von anderen Unternehmen übernommen wird", sagte der Präsident des europäischen Stahlverbands Eurofer, Gordon Moffat, dem Handelsblatt. Absehbar ist, dass die Hüttenkonzerne den Preisabschlag an ihre Kunden weiterreichen müssen. Vor allem die Kunden aus der Fahrzeugindustrie bringen sich in Stellung. "Sinkende Rohstoffpreise sind das beste Konjunkturprogramm", sagte ein Sprecher des Verbands der Automobilindustrie (VDA). Die Unternehmen profitierten bereits von den gesunkenen Preisen der vergangenen Monate, den Großteil ihres Stahls beziehen sie aber über Jahresverträge.

Derzeit verhandelt Thyssen-Krupp mit den Autoherstellern die Preise für den Stahlbezug, die ab Juni für ein Jahr gelten sollen. Zwar liegt ein Vertrag unterschriftsreif vor, doch noch warten die Fahrzeugbauer auf den Abschluss der Erzgespräche. Hermann Reith von der BHF-Bank rechnet mit einem Preisnachlass für Autobleche von 26 Prozent. "Unter dem Strich sollte also eine Entlastung für die Stahlkonzerne bleiben." Allerdings könnte der Abschlag auch höher ausfallen. Denn viele Stahlfirmen hatten im vergangenen Jahr mit Verweis auf die hohen Rohstoffkosten laufende Verträge geöffnet und erhebliche Preiserhöhungen durchsetzen können.

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