Preisverfall
Britische Hausbauer in der Klemme

Der Immobilienmarkt auf der Insel rutscht immer tiefer in die Krise. Die Banken halten sich mit neuen Krediten zurück und auch die jüngste Leitzinssenkung ist bereits wieder verpufft. Auch die Baufirmen leiden massiv unter den fallenden Preisen.

LONDON. Zu Ostern beginnt für britische Hausbaufirmen und Makler die Hochsaison. Doch in diesem Jahr gehen sie voller Bangen in die sonst so lebhaften Frühjahrsmonate: Die Lage auf dem Markt für Wohnimmobilien ist so schlecht wie seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr. Die Nachfrage nach Wohnungen und Häusern ist zwar hoch, doch die Banken werden mit Krediten immer zurückhaltender. Die Preise haben zu sinken begonnen, und Experten tun sich derzeit schwer damit, das Ausmaß der Korrektur abzuschätzen.

Die monatliche Marktumfrage des Maklerverbandes RICS hat für den Februar das schwächste Ergebnis seit 1990 erbracht. Damals begann die letzte große Korrektur auf dem britischen Immobilienmarkt. Sie dauerte fast fünf Jahre. Seither ging es mit den Preisen nur noch aufwärts, oft um zweistellige Prozentzahlen pro Jahr. Aber jetzt übersteigt der Anteil der Makler, die sinkende Preise berichteten, den derjenigen, die steigende Preise meldeten, um 64 Prozentpunkte. Einen so hohen Minuswert gab es erst einmal in der dreißigjährigen Geschichte des RICS-Indexes.

"Unsere Vorhersage, dass die britischen Hauspreise in diesem Jahr nur um fünf Prozent fallen werden, beginnt ziemlich optimistisch auszusehen", warnt Michael Saunders, Volkswirt der Citigroup in London. Die Hauspreise sind in den vergangenen zehn Jahren in Großbritannien stärker gestiegen als in den USA in den zehn Jahren vor Ausbruch der Subprime-Krise. Dennoch rechnet die Mehrheit der Experten nicht mit einem ähnlich dramatischen Preisverfall wie in den USA. Schließlich besteht in Großbritannien, vor allem im Süden Englands, ein Nachfrageüberhang nach Wohnraum, der die Preise stützt.

Auch die Hausbauer registrieren jedoch, dass die Preise nachzugeben beginnen. Fast alle großen Baufirmen berichteten in den vergangenen Wochen, dass sie im Schnitt weniger pro Haus erlösen und zugleich weniger Verträge abschließen. Im vergangenen Jahr erlebte die Branche eine Fusionswelle - nun schaltet sie rabiat auf Schrumpfkur um.

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