Preisverfall
Marken-Generika verlieren an Boden

Der Preisverfall auf dem deutschen Markt für Nachahmermedikamente (Generika) hält an. Immer mehr Marktanteile müssen Ratiopharm, Hexal und Stada an die Billigkonkurrenz abgeben. Schuld daran ist die letzte Gesundheitsreform. Die Neuregelungen haben das Potenzial, die Karten auf dem Generikamarkt neu zu mischen.

FRANKFURT. Nach Angaben der Marktforschungsfirmen Insight Health und IMS Health haben vor allem die Platzhirsche Hexal, Ratiopharm und Stada im April kräftig Marktanteile an Konkurrenten verloren, die ihre Medikamente nicht über Pharmareferenten, sondern über Rabattverträge mit den Kassen in den Markt drücken.

Der deutsche Markt für Generika ist mit einem Jahresvolumen von knapp fünf Mrd. Euro der zweitgrößte der Welt. Verglichen mit dem reiferen US-Markt sind die Margen noch relativ hoch, so dass die Hersteller der bekannten Generika-Marken es sich noch leisten, Vertriebsmannschaften für ihre Produkte zu unterhalten. Doch in den vergangenen Jahren hat der Preisdruck zugenommen.

So zielte auch die letzte Gesundheitsreform darauf ab, die Ausgaben der Kassen für Medikamente zu senken. Die Neuregelungen haben nach Einschätzung von Experten das Potenzial, die Karten auf dem Generikamarkt neu zu mischen.

Insbesondere die AOK-Rabattverträge für bestimmte Medikamente sorgen nach Einschätzung von Insight Health für erhebliche Marktumwälzungen. Die elf Vertragspartner, unter denen sich neben den Vertriebstöchtern internationaler Konzerne auch Mittelständler wie Biomo befinden, verzehnfachten nach Angaben der Marktforscher Umsatz und Absatz bei den ausgeschriebenen Mitteln.

Um ihre Ausgaben für Medikamente zu senken, dürfen die gesetzlichen Kassen schon seit einigen Jahren Rabattverträge mit den Herstellern abschließen. Von dieser Möglichkeit hat die AOK nun erstmals auf Bundesebene Gebrauch gemacht. Per Ausschreibung suchte die Kasse nach Lieferanten für 93 häufig verordnete Medikamente. Damit erhielten die Rabattverträge eine neue Dimension, denn fast 40 Prozent der gesetzlich Versicherten sind bei der AOK.

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