Preisverfall
Solarbranche rechnet mit massivem Einbruch

Die Solarbranche brummt. Die Auftragsbücher sind voll. Doch in der Zukunft verfinstern sich die Geschäftsaussichten immer mehr. Denn die Umsätze sind weniger heiß, als die Auftragslage vermuten lässt. Schuld ist der Preisverfall. Wie die erfolgsverwöhnten Unternehmen sich auf eine lange Durststrecke vorbereiten.
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FRANKFURT. Andreas Krenz ist mit seiner Firma Solarbau Bonn seit elf Jahre im Geschäft, so gut wie heute lief es aber nie. Volle Auftragsbücher habe er, seine vier Installateure montierten jeden Tag neue Solarmodule auf die Dächer der Kunden. Wie Krenz geht es den meisten auf das Solargeschäft spezialisierten Handwerksbetrieben, viele sind bis weit ins kommende Jahr ausgebucht.

Davon profitiert auch die Solarworld AG, der größte deutsche Solarkonzern. Vorstandschef Frank Asbeck kann sich vor Aufträgen kaum retten. "Wir sind für dieses Jahr ausverkauft", sagt er. Auch für das kommende Jahr sieht es nicht schlecht aus - zumindest was die Absatzzahlen angeht.

Mit Sorge blicken die Analysten hingegen auf die Entwicklung von Umsatz und Ergebnis. Denn da geht es bergab. Grund ist der Preisverfall bei Solarmodulen, der sich seit Herbst auf bis zu 40 Prozent beläuft.

Die billigen Preise kurbeln zwar das Geschäft der Installateure an, sind aber verheerend für die Margen von Solarworld und anderer Hersteller. Trotz eines um 15 Prozent höheren Modulverkaufs schrumpfte der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) von Solarworld im dritten Quartal von 90,8 Mio. auf 34,7 Mio. Euro. Der Umsatz blieb mit 232,5 Mio. Euro leicht hinter dem Vorjahresquartal zurück.

Verantwortlich für den Preisverfall machen die deutschen Hersteller die Konkurrenz aus dem Ausland. Unter anderem dank niedriger Löhne können die Solarfirmen aus China mit günstigen Preisen auftrumpfen. Die Schwergewichte Suntech und Yingli sollen einen Kostenvorteil von 20 Prozent haben.

Forciert wird der Wettbewerb auch von der US-amerikanischen First Solar, die ihre Preise in Deutschland um zehn Prozent gesenkt hat. Der weltgrößte Hersteller von Dünnschichtmodulen will damit seine Position im wichtigsten Markt ausweiten. Deutschland ist mit einem Jahresumsatz von zuletzt elf Mrd. Euro der wichtigste Markt. Mit über 200 Herstellern nimmt das Land weltweit eine Spitzenposition ein.

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