Preisverfall von 3,5 Prozent
Osram stellt Bedingungen für Deutschland-Investitionen

Der Licht-Konzern Osram will trotz zuletzt glänzender Geschäfte nur bei einer Senkung der Lohnkosten geplante Investitionen in Deutschland tätigen.

HB MÜNCHEN. „In unserem Geschäft zählt schon immer jeder Cent“, sagte Osram-Chef Wolf-Dieter Bopst am Dienstag in München. In den kommenden Wochen gebe es Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern. Dabei gehe es vor allem darum, ob geplante Investitionen bei den Leuchtstofflampen in Augsburg oder in Italien oder China stattfinden. Bei den Gesprächen könne es zum Beispiel um flexiblere Arbeitszeiten und freiwillige Lohnzusatzleistungen gehen. Im laufenden Geschäftsjahr rechnet Osram mit einer weiteren Verbesserung des währungsbereinigten Umsatzes sowie einem zumindest stabilen Ergebnis. Osram stellt unter anderem Leuchtdioden und Lampen her.

Im Geschäftsjahr 2003/04 (30. September) steigerte Osram die Zahl der Mitarbeiter in Deutschland um 121 Stellen auf 8972 Beschäftigte. Dies sei vor allem durch die Konzentration auf innovative Produkte gelungen, sagte Bopst. In den vergangenen Jahr hat Osram aber auch Arbeitsplätze ins Ausland verlagert. Zuletzt waren die Feindrahtproduktion aus Schwabmünchen und die Wendelproduktion aus Berlin nach Tschechien gegangen. Aktuell gebe es keine konkreten Pläne für eine weitere Verlagerung bestehender Fertigung, sagte Bopst. Weltweit hat Osram mehr als 36 600 Beschäftigte. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2003/04 hatte die Siemens-Tochter ursprünglich spürbare Umsatz-Rückgänge erwartet. Die Erlöse stiegen aber nach zwei rückläufigen Jahren erstmals wieder um zwei Prozent auf 4,24 Milliarden Euro, währungsbereinigt betrug das Plus acht Prozent. „Wir gehen davon aus, dass wir unsere starke Position als einer der beiden führenden Lichthersteller der Welt gut behauptet haben.“ Das Bereichsergebnis wuchs um 9 Prozent auf 445 Millionen Euro. Damit erreichte die operative Umsatzrendite einen neuen Höchstwert von 10,5 Prozent.

Im laufenden Jahr rechnet Bopst mit einem anhaltenden Preisverfall von etwa 3,5 Prozent. Dennoch solle der Umsatz währungsbereinigt weiter zulegen. Eine Prognose für die reale Entwicklung der Erlöse sei schwierig. „Wenn da ein bis zwei Prozent Wachstum rauskommen, wäre das schon gut.“ Die Ertragskraft solle weiter verbessert werden. Ob dies dann am Ende auch zu einem Gewinnanstieg führt, ließ Bopst offen.

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