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Preisverhandlungen: Nordzucker weiter im Clinch mit Rübenbauern

Nach einer üppigen Zuckerrüben-Ernte fordern viele Landwirte von der Nordzucker AG höhere Vergütungen. Der zuständige Fachverband sieht noch Luft nach oben - die Verhandlungen laufen weiter.

Zuckerrüben werden bei der Nordzucker-Fabrik in Nordstemmen entladen. Quelle: dpa
Zuckerrüben werden bei der Nordzucker-Fabrik in Nordstemmen entladen. Quelle: dpa

Braunschweig/MannheimZuckerrübenanbauer wollen bei Europas zweitgrößtem Zuckerkonzern Nordzucker weiter Druck für höhere Vergütungen und Gewinnbeteiligungen machen. „Der jetzige Rahmen steht bislang in keinem angemessenen Verhältnis zu den Erlösen, die das Unternehmen am Zuckermarkt erzielen kann“, sagte der Geschäftsführer des Dachverbands Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ), Heinrich-Hubertus Helmke. Bei aller berechtigten Kritik dürften die Rübenanbauer jedoch nicht übersehen, dass die Gespräche mit dem Braunschweiger Konzern noch gar nicht beendet seien.

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Der Verband verhandelt alljährlich die Konditionen zur Lieferung von Zuckerrüben in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Für sogenannte Quotenrüben, deren Produktion in Deutschland nach den Vorgaben der EU-Zuckermarktordnung zwischen Dachverbänden und Zuckerherstellern reguliert wird, liege die Vergütung derzeit bei rund 30 Euro je Tonne. Wenn man alle Qualitäten einbeziehe, seien es gut 40 Euro. „Das passt aus unserer Sicht nicht, denn die Lage auf dem Zuckermarkt würde deutlich mehr erlauben“, meinte Helmke.

Zugleich verwies der DNZ-Geschäftsführer auf die weiteren Verhandlungen mit der Nordzucker AG: „Der Diskussionsprozess ist eben noch nicht ganz abgeschlossen.“ Beim Branchenprimus Südzucker aus Mannheim lassen sich nach Angaben des DNZ aktuell höhere Beteiligungen erzielen. Sie lägen bei guten Qualitäten im Schnitt bei bis zu 50 Euro je Tonne - und damit um zehn Euro über den bisher vereinbarten Nordzucker-Zahlungen für vergleichbare Früchte. „Das passt nicht in die Welt“, sagte Helmke.

Besser seien im Verhältnis dazu die Vergütungen bei Rüben von insgesamt geringerer Qualität, die vor allem in der Industrie oder zu Ethanol verarbeitet werden. Für diese „Überrüben“ jenseits des EU-Quotensystems zahle Nordzucker im Schnitt 36 Euro pro Tonne - bei einem Ausgangspreis von 26 Euro.

Zucker sei in der EU wieder knapper und teurer geworden, sagte Helmke. Seit der Hochphase von rund 700 Euro pro Tonne im Jahr 2005 habe der Preis nach einem Zwischentief von 2010 an deutlich zugelegt. Momentan liege er bei etwa 650 Euro. Die neue Konkurrenz durch das „Süßkraut“ Stevia werde an den Marktchancen nichts ändern.

„Wenn ich als Landwirt die Lage an sich betrachte, kann man schon sagen: Das sind stolze Preise“, sagte Helmke. Die Debatte um die Vergütungen müsse „in der Sache“ geführt werden, nicht auf Grundlage des Vorwurfs zu hoher Ausschüttungen an die Nordzucker-Aktionäre: „Die Stimmung ist insgesamt nicht schlecht. Ich gehe davon aus, dass wir mit dem Unternehmen noch zu einem guten Ergebnis kommen.

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