Preiswettbewerb
Medizintechniker kämpfen um deutsche Krankenhäuser

Deutschland ist für die Hersteller von Medizintechnik kein Wachstumsmarkt mehr. Dabei mangelt es nicht an der Nachfrage. Doch angesichts leerer Kassen wird bei Neuanschaffungen jeder Euro mehrmals umgedreht.

FRANKFURT.Deutschland ist für die Hersteller von Medizintechnik kein Wachstumsmarkt mehr. Wie der Medizintechnik-Hersteller Dräger Medical gestern mitteilte, schrumpfte trotz konzernweit steigender Umsätze das Deutschland-Geschäft im ersten Quartal um drei Prozent. Im Jahr 2005 hatte der Spezialist für Beatmungsgeräte in Deutschland bereits einen Rückgang von zwei Prozent verbucht.

Dabei mangelt es nicht an der Nachfrage. Nach Dräger-Angaben blieben die Stückzahlen auf konstantem Niveau. Mittelfristig rechnet die Branche auch wieder mit steigender Nachfrage. Der Medizintechnik-Verband beziffert den Investitionsbedarf der rund 2200 deutschen Krankenhäuser auf bis zu 15 Mrd. Euro. Die Schätzungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft liegen noch darüber.

Das Problem der Medizintechnikhersteller mit dem deutschen Markt ist die wirtschaftliche Krise der Krankenhäuser. „Deutschland ist nicht nur bei Unterhaltungselektronik, sondern auch bei Medizintechnik zum Niedrigpreisland geworden“, sagt Wolfgang Reim, Chef von Dräger Medical.

Bernd von Polheim, Deutschland-Chef von GE Healthcare, spricht von einem Verdrängungswettbewerb auf dem deutschen Medizintechnik-Markt. Bei GE und der deutschen Tochter des niederländischen Philips-Konzerns schätzt man, dass die Preise in den vergangenen drei Jahren um zehn bis 15 Prozent gesunken sind.

Der Preisdruck zieht sich über nahezu alle Segmente. Sowohl Computertomographen (CT), die als Unikate auf die Bedürfnisse des Kunden maßgeschneidert werden, als auch am Fließband produzierte Monitore für die Patientenüberwachung sind heute deutlich billiger zu haben als noch vor einigen Jahren.

Angesichts leerer Kassen wird bei Neuanschaffungen jeder Euro mehrmals umgedreht. „Bei Krankenhäusern in öffentlicher Trägerschaft gibt fast immer der Preis den Ausschlag für Kaufentscheidungen“, sagt Harald Schmidt, der für Pricewaterhouse-Coopers Kliniken berät.

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