Premiere des Elektro-BMW i3
Die permanente Revolution

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„Das ist ein toller Preis“

3. Akkus mit Nebenwirkungen

Unter der Fahrzelle des i3 sind riesige Lithium-Ionen-Akkus verbaut, deren kleinere Varianten auch in iPhones oder Notebooks eingesetzt werden. Solche Akkus gelten als besonders leicht und leistungsfähig, bringen aber auch Nachteile mit sich. Denn bei der Energieerzeugung entsteht eine hohe Hitze – und im schlimmsten Fall droht der Akku sogar in Flammen aufzugehen. Zuletzt fing eine Boeing 787 von Ethiopian Airlines Feuer, weil sich ein Lithium-Ionen-Akku eines Peilsenders entzündet hatte. BMW weiß um das Risiko und setzt im i3 auf ein spezielles Kühlsystem, das Temperaturschwankungen deutlich besser ausgleichen soll.

Für Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer ist die Brandgefahr daher überschaubar. „Nahezu alle Hersteller von Elektroautos setzen auf Lithium-Ionen-Akkus, von Bränden ist bisher nichts bekannt“, so der Leiter des Center of Automotive Research (CAR) an der Uni Duisburg-Essen.

Der zweite Nachteil ist der Verschleiß. Die Lebensdauer von Lithium-Ionen-Akkus ist begrenzt, selbst bei außergewöhnlich hoher Qualität und Sorgfalt im Gebrauch müssen sie nach spätestens 10.000 Ladezyklen ausgewechselt werden. Andere Autohersteller wie Renault, die ebenfalls auf Lithium-Ionen-Akkus setzen, bieten darum ein Leasingsystem für die Verschleißteile an. BMW setzt dagegen auf eine achtjährige Garantie – und preist die Akkus mit ein.

4. Der Vorsprung der Konkurrenz

Der i3 ist zwar das erste Elektroauto, dessen komplette Architektur für den Betrieb im Elektromotor optimiert wurde. Doch es kommt spät. Andere Hersteller wie Renault, Nissan und Opel im Volumensegment oder Tesla im Premiumsegment haben sich auf dem Markt für Elektrofahrzeuge bereits einen Namen gemacht – und einige Jahre Vorsprung.

BMW kontert daher mit einem vergleichsweise niedrigen Preis für eine Premiummarke. Rund 35.000 Euro soll der i3 im Handel kosten. „Das ist im Vergleich zur Konkurrenz ein toller Preis“, sagt Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer. Der Münchner Hersteller sei offenbar „nicht darauf aus, mit dem i3 viel Geld zu verdienen, sondern das Auto erfolgreich am Markt zu positionieren.“

Auch die Unterhalts- und Betriebskosten sollen nach Herstellerangaben in einem Zeitraum von drei Jahren beispielsweise rund 40 Prozent unter denen eines in Deutschland zugelassenen und 3er BMWs liegen. Teure Reparaturen entfallen außerdem.

Für den Absatz sieht Leiter des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen trotzdem wenig optimistisch in die Zukunft: In Deutschland rechnet er nur mit 3000 bis 4000 verkauften i3. Nach einer aktuellen Studie der internationalen Strategieberatung IHS Automotive soll BMW im ersten vollen Produktionsjahr 2014 auf weltweit rund 32.000 verkaufte Fahrzeuge verkaufen.

Kommentare zu " Premiere des Elektro-BMW i3: Die permanente Revolution"

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  • Hallo Michael

    muss Dir zustimmen
    Bauen wir Windmühlen auch wenns Rückschläge geben wird.

    In Deutschland wird alles schlecht geredet. Es muß auch mal was riskiert werden
    Gruß Did

  • Ich werde den Wagen bestellen. Für mich ein echter BMW durch und durch und ein weiterer von vielen Beweisen, wie überlegen familiengeführte Unternehmen anonymen Aktiengesellschaften ohne unternehmensprägende Eigentümerstruktur sind.

    Die Nähe und der Identifikationscode zu Apple ("i-BMW") sind nicht zufällig und zugleich mit geschicktem Abstand zur Marke Apple gehalten.

    Ich kann BMW nur gratulieren zu dieser zukunftsweisenden und wohl auch für den Konzern zukunftsentscheidenden Weichenlegung.

  • Möchte auch was zum Thema beisteuern.

    Alle haben wohl Recht hier, zumindest immer ein bischen.
    Aber es ist wie immer, einer muß ja mal anfangen.
    Ja, es gibt noch viele ungelöste oder nur zum Teil gelöste Probleme. Aber das war und ist mit fast allen Dingen so wenn man Neuland betritt. BMW versucht zumindest was zu ändern, wie man hier sieht auch gegen viele Widerstände, und das bewundere ich und rechne es ihnen hoch an. Solche Elektrofahrzeuge können (noch) nicht alle Bereich der Verbrennungsmotoren ersetzen.
    Noch was: Es macht keinen Sinn, alle Probleme in einen Eimer zu werfen und dann versuchen eine Lösung zu finden. Das funktioniert nie! Eines nach dem anderen, wie beim Knödelessen.

    Zum Thema Energie: Wir haben kein Energieproblem sondern ein Energiespeicherproblem. Sonnen- und Windnergie steht ausreichend zur Verfügung. Wird nur nicht genutzt da wir es nicht ausreichend speichern können. Auch hier kann in Richtung Wasserstoffwirtschaft geplant werden.

    Noch 3 schöne Zitate:

    "Es ist nicht die stärkste Spezie die überlebt, auch nicht die intelligenteste, es ist diejenige, die sich am ehesten dem Wandel anpassen kann."

    Charles Darwin

    "Wenn wir heute nichts ändern, werden wir morgen so leben wie gestern"
    Unbekannt

    "Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen."

    Chinesisches Sprichwort

    Also lasst uns Windmühlen bauen (BMW hat schon angefangen)

    Grüße
    Michael

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