Premium-Autobauer
Audi verkauft mehr Autos als Mercedes

Erstmals wird Audi in der Jahresabrechnung mehr Autos verkaufen als Mercedes. Die Konzernmutter Daimler wird es verkraften können, schließlich rollt der Rubel auch so. Aber ein Wachwechsel ist es allemal.
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Frankfurt/MünchenDer Ingolstädter Autohersteller Audi hat schon vor Ablauf des laufenden Jahres einen ersten wichtigen Etappensieg für sich reklamiert: Erstmals ziehen die Ingolstädter an der Marke mit dem Stern bei den weltweiten Verkaufszahlen in der Jahresrechnung vorbei. „Ich glaube, an diesem Fakt ist nicht mehr zu rütteln“, sagte Audi-Boss Rupert Stadler dem Handelsblatt. Audi schiebt sich damit vor Mercedes-Benz auf Platz zwei auf der Liste der absatzstärksten Premiumhersteller vor, die seit Jahren von Branchenprimus BMW angeführt wird. Nach Ansicht des Brancheninstituts IHS Automotive wird Audi zum Jahresende knapp 70.000 mehr Autos verkauft haben als Mercedes-Benz, exklusive der Marken Smart und Maybach – und auch im Jahr 2012 vor der Marke mit dem Stern bleiben.

Im automobilen Premiumsegment verschieben sich damit erneut die Gewichte. Über 40 Jahre war die Marke Mercedes im Geschäft für hochwertige Fahrzeuge der klare Marktführer - jetzt fällt sie im Vergleich zur Konkurrenz immer stärker zurück: 2005 bereits überholte BMW den Stuttgarter Autobauer und führt auch dieses Jahr die Absatzliste der deutschen Premiumhersteller an. Der bayerische Autohersteller aus München verkaufte nach elf Monaten bereits 1,25 Millionen Autos seiner Kernmarke, Audi bringt es auf 1,19 Millionen Fahrzeuge und Mercedes-Benz steigerte seinen Absatz auf 1,14 Millionen Autos mit dem Stern im Emblem. Die Stuttgarter stehen damit zwar ebenfalls vor einem neuen Rekordabsatz, können bei den Zuwächsen jedoch nicht ganz mithalten.

Der Rangwechsel ist eine kleine Überraschung. Noch im Frühjahr dieses Jahres hatten Experten vorhergesagt, dass die Stuttgarter mit einem hochdünnen Vorsprung ins Ziel gehen werden. Doch vor allemdie bessere Marktstellung Audis in China sowie neue Baureihen wie dem Kleinwagen A1 sowie dem Oberklasse-Coupe A7 ließen Mercedes-Benz nun ins Hintertreffen geraten. Daimler-Boss Dieter Zetsche will jedoch bis 2020 wieder die Spitze im Premiumsegment zurück erobert haben. Für die nächsten vier Jahre kündigte Daimler bereits zehn ganz neue Fahrzeuge an, die noch keine Vorläufer in der aktuellen Modellpalette haben. Kampflos wird die Konkurrenz den Platz aber nicht räumen. Sowohl Audi als auch BMW haben ihrerseits ebenfalls das Ziel formuliert, die Nummer Eins unter den führenden Premiumherstellern zu sein.

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