Premium-Autobauer
Daimler trotzt den Schwarzsehern

So mancher Experte sah bei Daimler eine Gewinnwarnung nahen. Tatsächlich sank der Gewinn im zweiten Quartal aber weniger als erwartet. Im Dreikampf mit Audi und BMW ist das Ergebnis dennoch ein Rückschlag.
  • 26

StuttgartDie schwache Autokonjunktur in Europa schlägt sich beim erfolgsverwöhnten Autobauer Daimler in einem satten Gewinnrückgang nieder. Unterm Strich verdienten die Schwaben im zweiten Quartal 2012 rund 1,5 Milliarden Euro - ein Rückgang von 11 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Das teilte die Daimler AG am Mittwoch in Stuttgart mit. Spekulationen, Daimler könnte sich zu einer Gewinnwarnung genötigt sehen, bestätigten sich indes nicht. Der Autobauer hält trotz eines Gewinnrückgangs im zweiten Quartal an seiner optimistischen Prognose für das Gesamtjahr 2012 fest.

Die Stützen des Daimler-Geschäfts liegen auf wachsenden Auslandsmärkten wie Amerika und Asien mit dem größten Einzelmarkt China, während der Heimatmarkt Europa Probleme bereitet. „Die Ergebnisentwicklung war im Wesentlichen durch das weitere Absatzwachstum vor allem in den USA und in Asien getrieben“, heißt es im Zwischenbericht. Dagegen berichten die Stuttgarter von „Ergebnisbelastungen“ in Europa, die mit der „angespannteren wirtschaftlichen Situation“ dort und einem „ungünstigeren Modell-Mix“ in Verbindung gebracht werden.

Daimler erklärt den Gewinnrückgang zudem mit Investitionen: Höhere Kosten zur Erweiterung der Modellpalette in der Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars und der Lkw-Sparte Daimler Trucks hätten sich ungünstig ausgewirkt, heißt es in der Mitteilung.

Vor Steuern sank der Gewinn um 13 Prozent auf rund 2,2 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor hatte der Gewinn vor Steuern und Zinsen noch bei rund 2,6 Milliarden Euro gelegen. Die Erlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10 Prozent auf 28,9 Milliarden Euro, der Absatz um acht Prozent auf 570.300 Fahrzeuge.

Daimler rechnet in den kommenden Monaten mit schärferem konjunkturellen Gegenwind durch die Staatsschuldenkrise und die Unsicherheiten über die Wirtschaftslage in China. "Die Risiken nehmen in der zweiten Jahreshälfte eher noch zu statt ab", sagte Vorstandschef Dieter Zetsche am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Allen Unkenrufen zum Trotz habe Daimler nach dem ersten Halbjahr "offensichtlich" keine Gewinnwarnung abgegeben und sehe dazu auch nach dem dritten Quartal derzeit keine Notwendigkeit.

Der Autobauer liege im Plan, 2012 das im Vorjahr erzielte operative Ergebnis von knapp neun Milliarden Euro im laufenden Geschäft zu erreichen, versicherte Finanzchef Bodo Uebber. Ohne Sondereffekte belaufe sich der Gewinn vor Steuern und Zinsen nach der ersten Jahreshälfte "deutlich oberhalb von 4,4 Milliarden Euro", sagte der Finanzchef.

Kommentare zu " Premium-Autobauer: Daimler trotzt den Schwarzsehern"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Nun da sehen Sie, wo das hinführt.
    Ein Audi A6 teilt sich dieselbe Plattform wie der Passat. Ein (noch) aktueller Audi A3 teilt sich dieselbe Plattform mit dem Golf 4. Soviel zur Technik, von den Motoren (bis auf wenige Ausnahmen ganz zu Schweigen) will ich hier gar nicht reden. Oder was ist mit dem Cockpit? Den Luftaustrittsdüsen, für die Fensterheber, die Türöffner, Lichtschalter usw...
    Sie sagen das ein Mercedes ein Laster wäre und ich sage das ein Audi ein veredelter VW wäre...
    Merken Sie etwas?
    Ich habe nur ein Problem damit, dass Leute Ihren Geschmack als das Non plus Ultra dahinstellen wollen. Oder wollen Sie hier über Geschmack und Vorlieben diskutieren?
    Und Sie werden mir wohl beipflichten, das man nicht mehr bei der Marke einkauft, wenn man von dieser sehr Enttäuscht wurde? Da wird ein Audi, BMW oder Mercedes keine Ausnahmen darstellen.

  • Jahr 1998, ChryslerDreckGlobalisierungHochVerrat an Daimler Benz AG sollte nicht vergessen werden. Ich erinnere mich noch an Spiegel Titelseite (August 1998). Hauptverantwortliche sind Juergen Schremp und Bilderberger Freunde. Was fuer eine unsinnige Kooperation zwischen unbestrittene World No. 1 (damalige Umsatzzahlen: MB = BMW + Audi) und schon damals zwei Mal bankrottierte Scheissdreck von Chrysler. Hochepunkt der Tragoedie war dass Daimler noch bezahlen muss um von Chrysler zu trennen. Mindestens 50 Mlrd.DM sind verbrannt zu Lasten der Qualitaet und Entwicklung. Damit schon genug.
    Das gleiche war zwischenzeitlich auch mit ausplunderung der BRD seitens Globaliesten aus USA und GB. Alles in Allem DB wie auch BRD sollen bluten.
    Es ist echt traurig und peinlich dass jemand aus Serbien Ihnen so etwas schildern muss. Errinern Sie sich auf alten Tugenden (W116, 126, 123 und 124 sind beste Beispiele) der ehemalige Daimler Benz AG und BRD und seien Sie stolz darauf. Moege Ihnen den Gott helfen um das Gleiche wieder zu gewinnen.
    Und noch etwas. Die Zeitungs Main-Stream-Schreiblingen sind m.E. wesentlich schuld an schlecthen Image von MB. BMW und Audi Qualitaet ist noch armer und schlechter (Autos aus anderen Laendern sind nicht nennenswert). Haupt Ursachen fuer Schwund sind neben Hochverrat auch Globaliesirung und Preisdumping.
    PS Frueher gab es DAIMLER BENZ AG und DEUTSCHE MARK jetzt gibt es euro...
    Schoene Gruesse aus Serbien.

  • Gerade in der Qualität hat sich einiges getan bei Mercedes und so kann man durchaus sagen, daß zumindest die aktuellen Modelle von Mercedes wieder weit überdurchschittliche Qualität besitzen. Dies lässt sich auch schön an aktuellen Pannen- und Kundenzufriedenheitsstatistiken ablesen.

    Audi/BMW haben schneller erkannt, daß man mit günstigen Einstiegsmodellen (A!/A3, 1er) die jüngere Generation "anfixen" kann. Dieser Makel wurde mit Einführung der neuen A-Klasse behoben, so daß nun Mercedes durchaus auch jüngere Kunden anspricht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%