Pressebericht
Dr. Reddy's bietet für deutsche Betapharm

In den lukrativen Markt mit Generika-Produkten scheint nach der milliardenschweren Übernahme von Hexal durch den Schweizer Pharmakonzern Novartis erneut Bewegung zu kommen. Der indische Generikahersteller Dr. Reddy's Laboratories hat einem Zeitungsbericht zufolge 25 Mrd. Rupien (rund 466 Mill. Euro) für die Übernahme des deutschen Generika-Herstellers Betapharm geboten.

dpa-afx FRANKFURT. Der Betapharm-Eigentümer, die britische Beteiligungsgesellschaft 3i , wollte zu dem Bericht keinen Kommentar abgeben: "Wir haben bereits gesagt, dass wir mehrere Angebote für Betapharm erhalten haben. Welche Firmen Interesse gezeigt haben und welcher Preis genannt wurde, dazu sagen wir nichts", sagte ein 3i-Sprecher am Freitag der dpa-AFX. Betapharm war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Dem Blatt zufolge wollte der Geschäftsführer von Dr. Reddy's, Satish Reddy, keinen Kommentar abgeben.

Der britische Finanzinvestor 3i hatte Ende November bestätigt, mehrere Offerten für den im März 2004 übernommenen Hersteller so genannter Nachahmermedikamenten erhalten zu haben. Das Mandat dazu haben die Investmentbanken Sal. Oppenheim und Bear Stearns bekommen. Branchenkreisen zufolge sieht sich auch der israelische Konkurrent Teva nach der Übernahme des Konkurrenten Ivax im Vorjahr immer noch nach einem Übernahmekandidaten in Deutschland um. Bei dem milliardenschweren Verkauf von Hexal war Teva nicht zum Zuge gekommen.

Stattdessen erwarb der Schweizer Pharmakonzern Novartis das Holzkirchener Pharmaunternehmen und dessen US-Tochter Eon Labs für 5,65 Mrd. Euro. Alleine für Hexal hatten die Schweizer das 3,1-faches des Umsatzes gezahlt. Die Novartis-Tochter Sandoz ist auch nach der Übernahme Hexals die Nummer zwei der Generikabranche hinter Teva geblieben.

Hexal war bis zur Übernahme im Februar 2005 ein Familienunternehmen, das die Brüder Andreas und Thomas Strüngmann gegründet hatten. Auch Betapharm war einst im Besitz der Familie Strüngmann, wurde aber von ihr im März 2004 für 300 Mill. Euro an die Beteiligungsfirma 3i verkauft. Die in Augsburg ansässige und 1993 gegründete Betapharm hat 2004 einen Jahresumsatz von 161 Mill. Euro erwirtschaftet. Ein Kaufpreis von rund 466 Mill. Euro wäre damit fast das 3-fache des Betapharm-Umsatzes (2004). Mehr als 130 Wirkstoffe bietet Deutschlands viertgrößter Generika-Anbieter in mehr als 800 verschiedenen Handelsformen an.

Die immer wieder als Übernahmekandidat gehandelte Stada AG wird mit einer Marktkapitalisierung von fast 1,5 Mrd. Euro und einem Umsatz von zuletzt 1 Milliarde Euro aber für Teva als zu teuer erachtet. Teva hatte sich jüngst erst durch die Übernahme von Ivax verstärkt. "Wer möchte schon Stada-Aktien gegen Teva-Aktien eintauschen", sagte ein Branchenbeobachter, denn es sei fraglich, ob Teva nach dem Ivax-Kauf noch eine interessante Barofferte auf den Tisch legen könne.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%