Presseberichte
MT Aerospace will Stellen in deutschen Airbus-Werken erhalten

Nach der Übernahme der drei deutschen Werke des europäischen Flugzeug- und Rüstungskonzerns EADS will der Käufer MT Aerospace keine Stellen abbauen.

HB MÜNCHEN/PARIS. „Ein Personalabbau ist aus heutiger Sicht nicht notwendig. Zum einen ist der Auftragsbestand hoch, zum anderen rechnen wir mit einem Wachstum von jährlich über zehn Prozent in den nächsten Jahren“, sagte MT-Aerospace-Chef Hans Steininger, dem „Euro am Sonntag“. „Die Frage wird eher sein, ob und wie viel Personal wir aufbauen werden“.

EADS gibt sein Werk in Augsburg und die beiden Werke seiner Tochter Airbus im niedersächsischen Nordenham und Varel ab. Die Bundesregierung will das Geschäft mit einer millionenschweren Bürgschaft ermöglichen. EADS will bis Sommer 2008 die Werke übergeben und jeweils Minderheitsanteile behalten. MT Aerospace gehört mehrheitlich der Bremer OHB Technology AG, die als Partner für die Übernahme den US-Finanzinvestor Cerberus gewonnen hat. Allerdings könnte die künftige Auslastung der Werke gefährdet sein, weil Airbus nach einem Pressebericht die Beteiligung der Werke an den künftigen Programmen A350 und A320-Nachfolge infrage stelle. Das Pariser „Journal du Dimanche“ (JDD) schrieb am Sonntag, nach dem Bau einer bestimmten Anzahl A350 wolle Airbus den Auftrag neu ausschreiben. JDD gehört dem Lagardère-Konzern, der die französischen Interessen im Airbus-Konzern EADS vertritt.

Airbus wolle die Regelung in der zweiten Verhandlungsrunde mit den Werkskäufern bis zum Frühjahr treffen, heißt es. Intern sei von einigen hundert A350-Flugzeugen die Rede, nach denen der Auftrag neu vergeben werden könne. „Der Flugzeugbauer will den Werkskäufern auch keine Garantie für ihre Beteiligung am Nachfolger der A320, NSR, geben.“

MT Aerospace will neben Airbus auch den US-Wettbewerber Boeing als Kunden gewinnen. „Die Entwicklung für den Nachfolger der Boeing 737 beginnt in zwei bis drei Jahren. Da müssen wir dabei sein“, sagte MT Aerospace-Chef Steininger. Dann werde MT Aerospace auch entscheiden, ob Boeing von den drei deutschen Werken aus beliefert werde oder ob das Unternehmen eine Produktion in Nordamerika aufbaue. Für die drei Werke hatte sich auch der US-Konzern Spirit interessiert, gegen den sich die Politik heftig gewehrt hatte. Der Verkaufsprozess des Airbus-Standort Laupheim in Baden-Württemberg läuft getrennt. Die französischen Airbus-Werke Méaulte und St. Nazaire Ville sollen an den französischen Airbus-Zulieferer Latécoère gehen, das britische Werk Filton an die britische GKN.

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