Pressenhersteller
Schuler baut Standorte in China aus

Einfuhr Zölle von zehn Prozent, die beim Import von Pressen nach China fällig werden, vermiesen dem Hersteller Schuler das klassische Exportmodell. Das Unternehmen will deshalb verstärkt in China produzieren.
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StuttgartDer für die Autobranche tätige Pressenhersteller Schuler will seine Kundschaft in China noch stärker vor Ort bedienen. Für die Erweiterung der Produktionskapazitäten und den Ausbau von Vertrieb, Service und Einkauf seien in der nächsten Zeit Investitionen von 16 Millionen Euro vorgesehen, sagte Vorstandschef Stefan Klebert am Mittwoch auf der Hauptversammlung.

„Das klassische Exportmodell - wir bauen hier Pressen und schicken diese nach China - wird auf Dauer gesehen nicht mehr funktionieren“, erläuterte Klebert. Schuler erwirtschaftet einen Großteil seiner Umsätze von zuletzt knapp einer Milliarde Euro in der Autoindustrie.

„Die Risiken, nicht nach China zu gehen, sind viel größer als diejenigen, die sich vor Ort ergeben“, sagte Klebert. Denn das autokratisch regierte China schütze seine heimischen Unternehmen „entgegen allen Regeln“ der Welthandelsorganisation (WTO) „geschickt“ gegen die Konkurrenz aus dem Ausland, kritisierte der Schuler-Chef. Auf den Import von Pressen erhebe China seit Anfang April Zölle von zehn Prozent. Dadurch verteuern sich die unter anderem zur Formung von Autokarosserie-Teilen genutzten Pressen, bei denen Schuler einer der größten Anbieter der Welt ist.

China verspricht für die Autoindustrie und ihre Zulieferer in den kommenden Jahren weiteres enormes Wachstumsraten: Der Stand der Motorisierung entspreche dem Westdeutschlands im Jahr 1956, rechnete Schuler-Chef Klebert vor. Erst zwei Prozent der rund 1,3 Milliarden Einwohners Chinas besitze ein Auto, in Deutschland seien es derzeit 56 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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