Privatanzeige
Ermittlungen gegen A-Tec Gründer Kovats

Nach einer Privatanzeige wegen möglicher kaufmännischer Fehlentscheidungen des Vorstands wird der Gründer von A-Tec Mirko Kovats von der Staatsanwaltschaft überprüft. Sein Privathaus ist bereits durchsucht worden.
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WienDie Staatsanwaltschaft Wien führt Ermittlungen gegen Mirko Kovats, den Gründer des insolventen österreichischen Maschinen- und Anlagenbaukonzerns A-Tec. Am frühen Mittwochmorgen ist das Privathaus des A-Tec-Vorstandschef durchsucht worden. Ein Unternehmenssprecher bestätigte die Durchsuchungen. „Aufgrund einer Privatanzeige überprüft die Staatsanwaltschaft mögliche kaufmännische Fehlentscheidungen des Vorstandes“, teilte A-Tec-Sprecher Gerald Wechselauer mit.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft treffen das angeschlagene Unternehmen in einem denkbar ungünstigen Augenblick. Der A-Tec-Konzern, der im Herbst vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet hatte, verhandelt im Moment mit potenziellen Investoren über einen Anstieg. Ende Juni war die Bieterfrist abgelaufen, drei Angebote waren abgegeben worden. Aussichtsreichster Kandidat für die Übernahme ist das tschechische Unternehmen Penta. Die Verhandlungen über eine Übernahme müssen bis zum September abgeschlossen sein. Andernfalls dürfen die A-Tec-Gläubiger mit der Zerschlagung des Unternehmens beginnen. Ein neuer Eigentümer muss gut 200 Millionen Euro auf den Tisch legen, damit das Unternehmen weiterbesteht. Die A-Tec-Gläubiger würden damit knapp 50 Prozent ihrer Forderungen erstattet bekommen, schreibt eine Vereinbarung mit dem Insolvenzverwalter vor.

A-Tec sieht die laufenden Übernahmegespräche durch die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen nicht gefährdet. Das Unternehmen besitze noch genügend Substanz und sei für einen Käufer interessant. Die Anzeige stamme von einem privaten Investor, der schon seit Jahren mit einzelnen A-Tec-Vorständen über mögliche Fehlentscheidungen streite. Den potenziellen Investoren seien diese Vorwürfe bekannt gewesen.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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