Private-Equity
Evonik erhöht den Druck auf Investoren

Es wird spannend: Wer den Zuschlag für den Einstieg beim Essener Mischkonzern erhält, wird erst am Mittwoch nächster Woche entschieden. Die vier vorliegenden Angebote liegen derart dicht beieinander, dass alle vier Bieter in die Endrunde rücken.

DÜSSELDORF. Im Rennen um den Einstieg eines Finanzinvestors beim Essener Mischkonzern Evonik zeichnet sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen ab, das erst am Mittwoch nächster Woche endgültig entschieden wird.

Wie das Handelsblatt aus Verhandlungskreisen erfahren hat, liegen die vier Offerten der Private-Equity-Häuser Bain Capital, CVC, KKR und Blackstone so dicht beieinander, dass hochrangige Vertreter von Evonik, der Evonik-Eigentümerin RAG-Stiftung und der am Verkaufprozess beteiligten Banken Morgan Stanley und Deutsche Bank überraschend beschlossen haben, statt mit nur zwei mit allen vier Bietern in die Endrunde zu gehen.

Durch die Änderung des Fahrplans erhöhen die Verkäufer den Druck auf die Investoren. Der ursprünglich für diesen Sommer geplante Börsengang des aus dem Bergbaubetreiber RAG hervorgegangenen Industriekonzerns war Anfang April wegen des schlechten Kapitalmarktumfelds abgesagt worden. Nach Angaben aus Gewerkschaftskreisen hat Blackstone bei der Präsentation vor Arbeitnehmervertretern schwach abgeschnitten.

Am 11. Juni wird Stiftungschef Wilhelm Bonse-Geuking entscheiden, wer den Zuschlag erhält, zwei Tage später soll dann der Evonik-Aufsichtsrat grünes Licht für den Aktienverkauf geben. Eine Beteiligung von 25,1 Prozent entspricht einer Sperrminorität, mit der der neue Großaktionär wichtige Entscheidungen blockieren könnte. Sprecher von Evonik und der RAG-Stiftung lehnten gestern eine Stellungnahme ab.

„Es wird derjenige das Rennen machen, der deutlich mehr als zwei Milliarden Euro auf den Tisch legt“, sagte eine mit den Verhandlungen betraute Person. Die bisherigen Gebote für einen Anteil von 25,1 Prozent lägen jeweils um die zwei Mrd. Euro. Damit wird das Eigenkapital des in den Sparten Spezialchemie (Degussa), Stromerzeugung (Steag) und Immobilien tätigen Konzerns mit acht Mrd. Euro bewertet. Ein früheres Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Susat war lediglich auf einen Wert von fünf Mrd. Euro für das Konglomerat als Ganzes gekommen. Sogar der mögliche Erlös einer Einzelverwertung der Teilkonzerne, den Susat mit 5,9 Mrd. Euro beziffert hatte, wird voraussichtlich deutlich übertroffen. Deshalb dränge insbesondere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) auf einen raschen Abschluss der Transaktion.

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