Private-Equity-Gruppe will gut 1,5 Milliarden Euro zahlen: Merck trennt sich vom Laborgeschäft

Private-Equity-Gruppe will gut 1,5 Milliarden Euro zahlen
Merck trennt sich vom Laborgeschäft

Die Darmstädter Merck KGaA will ihre Laborhandelstochter VWR an die amerikanische Private-Equity-Gruppe Clayton, Dubilier & Rice (CD&R) verkaufen und sich künftig stärker auf Pharma und Spezialchemie konzentrieren. Das verlautete gestern aus Finanz- und Unternehmenskreisen. Der Kaufpreis soll gut 1,5 Mrd. Euro betragen.

FRANKFURT/M. Der Aufsichtsrat des Pharma- und Chemiekonzerns habe auf seiner Sitzung am Freitag grünes Licht für einen Verkauf von VWR gegeben. Details zu der Transaktion werden voraussichtlich heute zusammen mit den Geschäftszahlen von Merck für 2003 bekannt gegeben. Sprecher von Merck wie auch von CD& R wollten die Spekulationen gestern nicht kommentieren.

Für CD&R, eines der ältesten Private-Equity-Unternehmen in den USA, würde eine Übernahme von VWR in die erklärte Strategie passen, Dienstleister und Spezialisten im Chemiebereich zu erwerben. Erst vor wenigen Wochen hatte die Gruppe eine größere Transaktion in Deutschland angekündigt.

VWR handelt mit Labor-Reagenzien und -Zubehör und betrachtet sich in diesem Bereich als führender Anbieter. Die Gruppe mit Hauptsitz in West Chester/USA erzielte 2002 rund 2,7 Mrd. Euro Umsatz und ein operatives Ergebnis von 84 Mill. Euro. In den ersten neun Monaten 2003 ging der Umsatz um 11 % auf 1,8 Mrd. Euro zurück, vor allem auf Grund von Währungseffekten. Denn ein Großteil des Geschäfts erfolgt in den USA. Merck will sich bereits seit längerem von VWR trennen, hatte in der Vergangenheit aber immer einen Börsengang favorisiert. Erst seit einigen Monaten wird auch mit Finanzinvestoren verhandelt.

„Eine solche Transaktion wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit wertsteigernd für Merck“, schätzt Klaus Schlote von Solventis Research. Goldman Sachs geht davon aus, dass der Konzern seine operative Marge durch einen Verkauf von VWR mittelfristig von 10 % auf etwa 15 bis 16 % verbessern kann. Auch dürfte künftig der Konglomeratsabschlag an der Börse weniger stark ausfallen. Denn die Gruppe wird sich künftig klarer auf die beiden Bereiche Spezialchemie und Pharma konzentrieren.

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