Privates Carsharing
Ein Ausflug mit dem Auto des Nachbarn

Privates Carsharing ist noch ein Nischenangebot. Doch mit neuer Technologie sollen die Deutschen dazu bewegt werden, ihren Privatwagen zu vermieten. Künftig könnten Autos dabei auch mit dem Smartphone geöffnet werden.

DüsseldorfDie Franzosen drehen auf. Drivy, Marktfüher im privaten Carsharing in Deutschland, will sein Angebot erweitern. Privatautos sollen künftig über eine eingebaute Box auch spontan anzumieten sein. Im Interview spricht Drivy-Chef Heiko Barnerßoi über seine Wachstumspläne - und die irrationale Angst vor Autodieben.

Handelsblatt: Im vergangenen Jahr ist Drivy in Deutschland zum Marktführer im privaten Carsharing aufgestiegen. Wie geht es 2016 weiter?
Zunächst wollen wir das Wachstum weiter befeuern. Wir decken bereits drei der größten Märkte in Europa ab, dennoch wollen wir sowohl in diesen Ländern wachsen als auch weitere Märkte erschließen. Das heißt für uns vor allem unsere Markenbekanntheit weiter zu steigern und damit die Abdeckung und die Nachfrage weiter zu erhöhen. Gegen Jahresende werden wir uns dann auch neuen Kundensegmenten widmen.
Welche Kundensegmente meinen Sie konkret?
Wir wollen einen Service anbieten, der es möglich macht, mit wenigen Klicks ein Auto in direkter Nähe zu buchen. Besonders Geschäftsreisende machen einen großen Anteil des Mietmarktes aus. Gleichzeitig arbeiten wir daran, die Produktpalette weiter auszubauen.

Inwieweit lässt sich Ihr Angebot überhaupt erweitern?
Das Angebot und die Auswahl der Fahrzeuge und deren Verlässlichkeit als auch Präsenz in anderen Segmenten lassen sich immer verbessern. Wir überlegen außerdem, auch professionelle Vermieter auf der Plattform zuzulassen. Sobald das spruchreif ist, wird das die Angebotssituation für unsere Kunden nochmal verbessern. In Frankreich existiert das bereits, mein Ziel ist es, das noch im ersten Halbjahr in Deutschland etabliert zu haben.

Andere Carsharing-Unternehmen suchen derzeit die Nähe zu etablierten Autobauern, um ihr Wachstum voranzutreiben. Inwiefern ist das eine Option für Drivy?
Mit knapp einer Million Kunden in Europa sind wir für natürlich viele Partner interessant. Wir sind ständig in Gesprächen, auch mit Autobauern. Über die Details dieser Gespräche kann ich noch nichts verraten. Aber eventuell können wir hier im Laufe des Jahres erste Ergebnisse verkünden.

Worin unterscheidet sich der deutsche Markt für privates Carsharing von anderen Märkten, in denen Drivy aktiv ist?
Oberflächlich betrachtet gar nicht. Die Menschen sind auch hierzulande offen für Neues. Wenn man dann aber tiefer einsteigt, sieht man Unterschiede. Die Deutschen bieten tendenziell größere Fahrzeuge an als die Franzosen und fragen auch gerne mal zwei Fragen mehr. Unterm Strich gleichen sich aber Kunden und Nutzungsprofile.

Mit Drivy Open sollen Fahrzeuge künftig auch über eine Box angemietet werden können, ohne dass Vermieter und Mieter sich treffen müssen. Wo ist der Vorteil?
Wir verbessern damit gleich zwei wichtige Komponenten: Nutzer haben es einfacher, ein Auto zu mieten und auch den tatsächlichen Check-In zu machen. Es braucht weniger Zeit, man ist vollkommen unabhängig vom Autobesitzer und einem persönlichen Treffen. Zusätzlich sind damit dann auch kürzere Mieten interessanter. Auf Angebotsseite können Autobesitzer ihre Fahrzeuge einfacher und dadurch potentiell öfter vermieten. Da auch ihr Aufwand sinkt, wird die Antwortrate höher werden und damit das
Angebot insgesamt besser.

Seite 1:

Ein Ausflug mit dem Auto des Nachbarn

Seite 2:

Privatautos mit dem Smartphone öffnen

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%