Privatisierung
Alitalia wird zum 1-Euro-Schnäppchen

Nach dem gescheiterten Bieterverfahren um die angeschlagene Fluggesellschaft Alitalia sucht die italienische Regierung nach Alternativen. Und der Ton wird rauer. Immer mehr Regierungsmitglieder fordern die Liquidation der Airline. Ein möglicher Ausweg: Das gesamte Unternehmen könnte für einen symbolischen Euro den Eigentümer wechseln.

HB ROM. Nach dem gescheiterten Bieterverfahren für die italienische Fluglinie Alitalia droht der maroden Airline das Aus: In der Regierung wurden jetzt immer mehr Stimmen laut, die die Liquidation der Gesellschaft fordern. „In diesen Stunden untersuchen wir alle Alternativen“, sagte Wirtschaftsminister Tommaso Padoa Schioppa. Der Minister für Infrastruktur, Antonio di Pietro, schlug vor, Alitalia für einen symbolischen Euro zu veräußern - falls sich der Käufer verpflichtet, das Unternehmen zu sanieren. „Wenn etwas krank ist, dann muss man es amputieren“, meinte er.

Am Freitag wollte sich der Aufsichtsrat der Alitalia unter dem neuen Chef Berardino Libonati treffen, um die Lage zu besprechen. Die Regierung werde sich voraussichtlich in den nächsten Tagen wieder mit dem Problem befassen, berichtete die Zeitung „La Repubblica“. Bei Börsenschluss hatte die Alitalia-Aktie am Donnerstagabend über drei Prozent verloren und notierte bei 0,74 Euro.

Der US-Finanzinvestor Matlin Patterson war am Mittwoch als letzter noch verbleibender Interessent aus dem Bieterverfahren um die Alitalia ausgestiegen. Zuvor waren bereits die russische Aeroflot und die italienische Gesellschaft Air One abgesprungen. Europäische Linien wie die Lufthansa oder Air France-KLM haben schon seit längerem betont, zu den derzeitigen Bedingungen kein Interesse an der Übernahme der hoch verschuldeten Fluglinie zu haben. Die Regierung will mindestens 39,9 Prozent ihres Anteils - aber möglicherweise auch die ganzen 49,9 Prozent - an einen privaten Investor verkaufen.

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