Privatjet-Betreiber
Die Billig-Flieger-Falle

Die Businessflieger sitzen auf viel zu vielen Maschinen - jetzt drohen der Branche massenweise Pleiten. Doch statt zu konsolidieren investieren viele Betreiber lieber in neue, günstig angebotene Maschinen.
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MünchenRund tausend Betreiber von Privatjets gibt es in Europa, und fast allen geht es wirtschaftlich schlecht. Bis zu 80 Prozent der Maschinen, die den Markt der Geschäftsflieger bedienen, stehen täglich am Boden. Sie können noch nicht einmal über Broker verchartert werden, mutmaßt Gerald Wissel, Managing Director der Beratungsgesellschaft Airborne Consulting.

Zeit für eine Konsolidierung also - möchte man meinen. Für ein paar Übernahmen, Marktaustritte, den Abbau von Überkapazitäten. Doch das Gegenteil ist der Fall. Obwohl der Markt in Südeuropa praktisch tot ist und die Konjunktur in Deutschland schwächelt, investieren viele Betreiber wie der Branchenführer Netjets in neue Maschinen. Auch, weil die derzeit günstig sind wie selten zuvor. Hersteller wie Bombardier oder Beechcraft bieten hohe Rabatte, um ihre Produktion auszulasten.

Doch nicht alles, was billig ist, wird auch gebraucht. Viele der Anbieter sind in die Billig-Flieger-Falle getappt. Am Ende wird es einen gnadenlosen Verdrängungswettbewerb geben: "Die Hälfte der Betreiber wird in den kommenden Jahren verschwinden", sagt der Hamburger Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt.

Kaum ein Markt ist so undurchsichtig wie der der Businessflieger. Das Spektrum reicht vom Hobbypiloten bis zum kühl kalkulierenden Charterprofi, von Flügen zur nächsten Provinzpiste oder über den Atlantik. Bis zur Finanzkrise verdienten die Anbieter kräftig, seither lebt die Branche von den Gewinnen. Doch während die großen Linienflieger in der Krise ihr Geschäft rationalisierten, "blieb bei den Geschäftsfliegern alles beim Alten", sagt Grossbongardt.

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Auf den Spuren der Linienflieger

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  • Schöner Fehler im Bild, Sie zeigen eine Turboprop-einmotorig Typ Grob, die in Europa nicht gewerblich betrieben werden darf, aber reden im Bild von Jets.

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