Privatjet-Projekt von Robert Bass
Mister Überschall

Seit 15 Jahren hegt Robert Bass einen Traum: ein privates Überschallflugzeug zu bauen. Mit Hilfe von Airbus kommt der Amerikaner dem Ziel näher. Schon 2023 könnte man in vier Stunden von New York nach Frankfurt fliegen.

New YorkRobert Bass ist in seinem Leben schon oft unterschätzt worden. In seiner Familie stand er lange im Schatten seines Bruders Sid Bass, der das Vermögen der texanischen Sippe vermehrte. In den 50er-Jahren hatten die Brüder einiges an Öl-Geld geerbt; unter der Regie von Sid Bass wurden aus den 50 Millionen Dollar viel mehr. Die Hackordnung drückte sich damals auch in der Lage ihrer Büros aus: Das von Sid lag im 33. Stock des Gebäudes in Fort Worth, das von Robert war eine Etage darunter.

Aber Robert Bass machte sich selbständig, gründete die Private Equity Firma Oak Hill Capital und verdiente sich in den 80er und 90er-Jahren eine goldene Nase. Heute ist der 68-Jährige mit einem Vermögen von fast drei Milliarden Dollar ein gemachter Mann.

Doch statt sich zur Ruhe zu setzen, verfolgt der medienscheue Mann seit 2000 einen kühnen Plan: ein privates Überschallflugzeug zu bauen. Die Idee fesselte ihn damals so sehr, dass er sich fünf Sachbücher aus dem Luftfahrt-Lehrprogramm der Stanford University holte. Mit der Lektüre kam er zu der Überzeugung, dass solch ein Flieger nicht nur ökonomisch sinnvoll zu bauen ist, sondern dass dafür auch ein Markt existiert.

Und wieder wurde Bass nicht für ganz voll genommen. Ein Milliardär suche seine Spielwiese, lautete das Vorurteil. Aber der Texaner ließ sich nicht beirren, gründete vor einem Jahrzehnt Aerion und steckte seitdem mehr als 100 Millionen Dollar in das Projekt.

Jetzt müssen alle Skeptiker Kreide fressen: Der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus kooperiert mit Aerion. Vor wenigen Tagen legten die beiden Unternehmen einen Zeitplan für den sogenannten AS2 vor. Demnach soll die Konstruktion des Fliegers im Jahr 2018 beginnen, für 2021 sind die ersten Flugtests vorgesehen. Und ab 2023 sollen betuchte Kunden in nur vier Stunden von New York nach Frankfurt fliegen können.

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