Probleme bei Airbus
Leasing-Firma erwägt Abbestellung des A380

In der vergangenen Woche hatte Airbus bekannt gegeben, dass sich die Auslieferung des Riesenfliegers A380 bereits zum zweiten Mal um mehrere Monate verschiebt. Die Kunden werden ungeduldig. Die weltgrößte Flugzeug-Leasing-Firma International Lease Finance Corp. überlegt sogar, ihre Bestellung ganz zu streichen. Und die ist nicht klein.

HB NEW YORK. Über das Ansinnen der kurz ILFC genannten Leasing-Firma berichtet die US-Wirtschaftsagentur „Bloomberg“ am Dienstag. ILFC hatte 5 A380-Passagier- und 5 -Frachtmaschinen bestellt. Die Flugzeuge haben einen Listenpreis von jeweils 300 Mill. Dollar, zusammen 3 Mrd. Dollar (2,4 Mrd. Euro).

Airbus habe der International Lease gesagt, dass sich der Auftrag für die 10 Flugzeuge gegenüber der ursprünglichen Vereinbarung um 12 bis 14 Monate verzögern werde, sagte der ILFC-Finanzchef Steven Udvar-Hazy in einem „Bloomberg“-Interview. Nach seinen Angaben lasse es der Vertrag zu, dass die Gesellschaft die Vereinbarung bei sechsmonatiger Verzögerung lösen könne. „Wir könnten streichen, und ziehen eine Streichung des gesamten oder eines Teils unseres A380-Auftrags in Erwägung“, erklärte der ILFC-Finanzchef „Bloomberg“.

Sollten die 10 Flugzeuge wegfallen, wäre das ein schwerer Schlag für Airbus, belaufen sich die gesamten Bestellungen doch auf lediglich 159 Flugzeuge, die von 16 Kunden geordert worden sind. Schon jetzt geht Airbus durch die Verzögerungen davon aus, 2 Mrd. Euro weniger Betriebsgewinn einzuspielen. Hinzu kommen Konventionalstrafen.

Grund für die Lieferverzögerungen sind technische Probleme, besonders mit der Elektronik. Die Kunden können den Riesenflieger individuell ausstatten lassen. Den Aufwand dafür hatten die Airbus-Ingenieure offenbar unterschätzt.

Airbus' Lieferverzögerungen könne der Boeing 747-8 etwas Schwung geben, erklärte der ILFC-Finanzchef. Die Modellnummer kennzeichnet die neuste Version des Jumbo-Jets, des bis zum Abheben des A380 größten Passagierflugzeugs der Welt. Die gegenwärtige Lage könne bewirken, dass eine oder mehrere Airlines die neue 747 bestellen. Udvar-Hazy wollte aber nicht sagen, ob auch sein Unternehmen dazu gehöre. Boeing hat laut „Bloomberg“ Aufträge für 18 Frachtmaschinen dieses Typs und einen Auftrag für ein Passagier-Modell.

Mary Anne Greczyn, eine Sprecherin der nordamerikanischen Airbus-Sparte, lehnte eine Stellungnahme ab. Gespräche zwischen Airbus und seinen Kunden seien vertraulich. Airbus höre jedoch auf seine Kunden und reagiere auf ihre Bedürfnisse, falls dies geschäftlichen Sinn für den Markt mache. Der IFLC-Auftrag sei weiter gültig, erklärte sie „Bloomberg“.

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