Probleme für Exporteure
Airbus-Chef fordert gezielte Euro-Abwertung

Der Kampf der EZB gegen „eine Inflation, die es gar nicht gibt“, schade Europas Industrie. Fabrice Bregier fordert deswegen eine gezielte Abwertung der Währung für bessere Geschäfte – genau wie in Japan oder den USA.
  • 8

ParisDer Chef der Airbus-Zivilsparte, Fabrice Bregier, fordert eine gezielte Abwertung des Euro. „Ich kann das Gerede in Europa nicht mehr hören, dass so etwas nicht möglich sein soll“, klagt Brégier im Interview mit dem Handelsblatt. Angemessen sei ein Kurs von 1,20 bis 1,25 Dollar je Euro, und nicht 1,36 wie aktuell. Dann könne jeder, der in Europa produziert, gut exportieren.

„Die Amerikaner und die Japaner setzen gezielt ihre Währung ein, um ihre Industrien zu fördern“, sagt Bregier. Die EZB versuche hingegen „eine Inflation zu bekämpfen, die es gar nicht gibt“. Widerstand gegen seine Forderung kalkuliert der Airbus-Chef ein. „Mir ist auch klar, dass solche Forderungen den ein oder anderen schockieren könnten“, sagt Bregier.

Airbus ist das wichtigste Gemeinschaftsunternehmen der europäischen Industrie. Der Flugzeughersteller hat 90 Prozent seiner Kosten in der Eurozone, verkauft aber 90 Prozent seiner Produkte in Dollar. „Steigt der Euro um einen Cent gegenüber dem Dollar, fehlen uns 100 Millionen Euro im Ergebnis“, sagt Bregier.

Bregier deutete zudem an, dass Airbus bei der am Montag kommender Woche beginnenden Luftfahrtshow in Farborough weitere Milliardenaufträge einsammeln dürfte. Auch in diesem Jahr werde der Flugzeugbauer wieder mehr Aufträge als Auslieferungen aufweisen, so Bregier.

„Unser Orderbuch wird also weiter anwachsen.“ Zudem prüft Airbus intensiv, das mehr als zwanzig Jahre alte Großraumflugzeug A330 mit neuen Triebwerken auszustatten. „Große Kunden sagen uns, dass wir deutlich über 1000 Exemplare der A330neo absetzen könnten“, sagt der Airbus-Chef.

Thomas Hanke
Thomas Hanke
Handelsblatt / Korrespondent in Paris

Kommentare zu " Probleme für Exporteure: Airbus-Chef fordert gezielte Euro-Abwertung"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Kein Kommentar zu den bisherigen Kommentaren.

    Natürlich wäre es für Airbus,Siemens,Opel,VW,Bosch usw.
    und usw. besser wenn der Euro weniger wert wäre gegenüber
    dem Dollar.

    Genauso wichtig ist aber eben auch die Volalität des
    Kurses, wird die zu gross wird es unkalkulierbar.
    Siehe Türkei,Brasilien,Argentienen usw.

    Zum Nachteil ist ein schwächerer Euro natürlich wenn
    ich mit Kapital handeln will und ich in Euro bilanziere.

    Also kurz für alle europäischen Banken zB.

  • Die €uro-Zone ist keine Kuschelecke für unfähige Manager.

    Die Handelsbilanz der gesamten €uro-Zone ist ordentlich im Plus. Ein stärkerer Exportüberhang ist keinesfalls wünschenswert, denn letztlich wollen wir für unsere Exporte auch eine Gegenleistung sehen.

    Die Mehrzahl der Betriebe ist also durchaus in der Lage mit einem starken €uro umzugehen. Wenn einzelne Manager dies nicht schaffen, so ist das deren Problem.

    Jeder Aufsichtsrat sollte wissen, wie solche Aussagen zu werten sind und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Doch in einem Proporz-Betrieb wie Airbus wird sich nicht viel ändern.

  • Die exporte werden doch sowieso meist verschenkt! Siehe target 2

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%