Probleme in den USA
Volkswagen fährt ins Abseits

Volkswagen will die Nummer 1 werden – und hat ausgerechnet auf dem wichtigen US-Markt Probleme. Die Modellpalette des deutschen Autobauers trifft den Nerv der Amerikaner nicht. Ein neuer SUV soll die Probleme lösen.
  • 10

Detroit/San FranciscoDie Vollbremsung kam überraschend. Nach Jahren einer rasanten Aufholjagd mit zweistelligen Wachstumsraten ist Volkswagen in den USA zurück in den Realität. In einem wachsenden Markt haben die Wolfsburger den Anschluss verloren. „Amerika ist der weltweit härteste Automarkt“, erklärte VW-Chef Martin Winterkorn zum Auftakt der Detroit Autoshow. Allerdings trifft das vor allem auf Volkswagen zu. Der Marktanteil ist auf 2,6 Prozent geschrumpft. General Motors (Marktanteil: 17,9 Prozent) und Toyota (Marktanteil 12,2 Prozent) sind in ganz anderen Absatzsphären unterwegs. Zuletzt wurde VW im vergangenen Jahr sogar von der Nischenmarke Subaru überholt.

Auch der Trend spricht gegen Volkswagen: Im Jahresverlauf lief das VW-Geschäft immer schlechter. Das gipfelte im Dezember in einem Einbruch von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. „VW ist in den USA austauschbar, ohne Profil, ohne klare Positionierung“, sagt Automobilprofessor Ferdinand Dudenhöffer vom Center of Automotive Research (CAR) der Uni Duisburg-Essen. Statt eines klaren Konzeptes regiere der Aktionismus.

Deswegen wird auch das Management neu aufstellt: Erst vergangenen Monat war US-Chef Jonathan Browning durch Michael Horn ersetzt worden. Der neue Chef spart nicht mit Kritik an der Mutter in Wolfsburg: VW müsse „die Geschwindigkeit erhöhen, mit der neue Modelle und Innovationen in den Markt gebracht werden“, erklärte er in Detroit gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Im Vergleich zur amerikanischen Konkurrenz erneuert Volkswagen seine Modelle langsamer. Darin sehen Marktbeobachter einen der Gründe für das schlechte Abschneiden von Volkswagen in den Qualitätsstatistiken. Beim Zuverlässigkeits-Ranking der Marktforscher vor JD Power belegte Volkswagen im vergangenen Jahr mit 174 Problemen bei 100 Fahrzeugen den fünftletzten Rang. Mitte November 2013 geriet VW dann noch mit einem gewaltigen Rückruf in die Schlagzeilen: Auf einen Schlag wurden mehr als 2,6 Millionen Autos in die Werkstatt beordert.

Die Folge: Der US-Passat steckt im seinem zweiten Jahr in der Krise und verkauft sich selbst mit hohen Rabatten nur noch schlecht. Ein Facelift und ein neuer Dieselmotor sollen dem Modell neuen Schwung geben. Der neue Golf, produziert im mexikanischen Puebla, soll folgen. Doch die Kompaktmodelle dürften den Absatz alleine nicht retten. Denn die Lust der Amerikaner auf geräumige Spritfresser scheint derzeit ungebrochen. Mit dem Ford F-150 und dem Chevrolet Silverado führen zwei Dickschiffe die Zulassungsstatistik an, die in Europa schon wegen der Spritpreise keine Chance hätten. Bisher kann der Volkswagen Amarok in diesem Pick-Up-Segment nicht mithalten.

Seite 1:

Volkswagen fährt ins Abseits

Seite 2:

Der späte Hoffnungsträger

Kommentare zu " Probleme in den USA: Volkswagen fährt ins Abseits"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • .....@vauzet......Du hast ja Recht mein Junge der Crafter kommt aus DDF vom gleichen Band wie der Sprinter. Deshalb hat Winterkorn und der einziger Manager mit Benzin im Blut Piech entschieden aus dieser Ehe auszusteigen, wegen der saumäßigen Verarbeitung. Unendliche Diskussion mit der Geschäftsführung von MB, brachten für VW keine Fortschritte, sind sie doch auch noch Untermieter in DDF, das Sagen hat MB, ihnen gehört das Werk mit allem Drumm und Dran. In Wolfsburg hat man die "Schnauze voll von MB", diesem Sauladen. VW wird demnächst ein eigenes Werk bauen gesteuert von eigenen Leuten für Chrafter, Caddy und Amarock und ggf. noch einigen Alltrak-Modellen. Sodaß die Zukunft dieser Schmiede eine ganz Große ist.......Ja, so wird es sein......

  • Wer in den USA Autos verkaufen will, der muss den Geschmack treffen! Und die Mehrheit steht halt auf Pickups mit grossen Motoren! Da nutzen die paar kalifornischen und Ostküsten- Individualisten nicht viel! Ausserdem sollte man sich im NASCAR Sport engagieren. Dort gilt, win on Sunday, sell on Monday! Die Amis sind nun mal einfach gestrickt!

  • da trifft es sich ja gut, dass der Mercedes Sprinter und der VW Crafter aus dem gleichen Werk kommen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%