Probleme in USA
Bosch rechnet mit Umsatzschub bei Anti-Blockier-Systemen

Der Stuttgarter Hersteller Robert Bosch, Weltmarktführer bei Anti-Blockier-Systemen erwartet einen Umsatzschub, nachdem der europäische Automobilverband ACEA seine Mitglieder verpflichtet hat, ABS serienmäßig in alle Neuwagen einzubauen.

HB DÜSSELDORF. „Das ist der Durchbruch“, sagte Bosch-Bereichsvorstand Jean Dufour am Montag in Gerlingen bei Stuttgart zu der Entscheidung des Automobilverbandes. Gut 25 Jahre nach der ersten serienmäßigen Anwendung wird das Anti-Blockiersystem (ABS) in der Europäischen Union (EU) zum Industriestandard.

Bosch, mit gut 50 Prozent Marktanteil in Europa der größte ABS-Anbieter, erwartet dadurch 2004 bis zu 150 Mill. Euro mehr Umsatz. Im vergangenen Jahr hatte Bosch mit ABS und dem Elektronischen Stabilitäts-Programm (ESP) weltweit 2,5 Mrd. Euro Umsatz erzielt, mehr als mit herkömmlichen Bremssystemen. Im Geschäftsbereich Chassissysteme machen ABS, ASR und ESP mehr als die Hälfte des Umsatzes von 4,6 Mrd. Euro aus.

Derzeit sind nach Angaben von Bosch bereits 90 Prozent aller Neufahrzeuge in der EU mit ABS ausgerüstet, in Deutschland mehr als 98 Prozent. Porsche-Fahrer sollen das von einigen ungeliebte Sicherheitssystem ab 2004 per Knopfdruck ausschalten können. Weltweit ist die ABS-Ausrüstungsquote seit 1998 von 52 auf 69 Prozent hochgeschnellt, sogar in China haben zwei Drittel der neuen Autos ABS.

In den USA hat die Bremsautomatik jedoch weniger Erfolg. „Dort heißt es zurzeit nur Preis, Preis, Preis“, sagt Bosch-Geschäftsführer Wolfgang Drees. Im Preiskampf mit Chrysler und Ford hat General Motors ABS erst kürzlich nach zwei Jahren wieder aus dem Katalog seiner Serienausstattungen gestrichen. Die Einbauquote von 70 Prozent auf dem größten Automarkt der Welt ist laut Bosch dadurch um ein bis zwei Prozentpunkte gesunken.

ESP soll sich nach Vorstellungen von Bosch noch schneller zum Standard entwickeln. Einen Ausrüstungsgrad von 40 Prozent, für den ABS 20 Jahre brauchte, werde ESP im Jahr 2005, also schon nach zehn Jahren erreichen, sagt Drees. Das System hatte 1998 für Schlagzeilen gesorgt, als Mercedes-Benz es nachträglich in die A- Klasse einbaute, um das Modell vor dem Umkippen zu bewahren. In Deutschland ist die ESP-Quote mit 49 Prozent mit weitem Abstand am höchsten, im westeuropäischen Durchschnitt lag sie 2002 bei 24 Prozent. In den USA verfügen dagegen fast ausschließlich die Import-Modelle aus Deutschland über ESP. Deshalb will Bosch dort gemeinsam mit anderen Anbietern Aufklärungsarbeit bei Behörden und Verbrauchern leisten.

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