Probleme in USA und Asien
Heideldruck sieht trüber Zukunft entgegen

Der Druckmaschinen-Hersteller Heidelberger Druck sieht einer trüben Zukunft entgegen. Nach einem Gewinn- und Umsatzeinbruch im abgelaufenen Geschäftsjahr (Ende März) rechnet das Unternehmen für die laufende Periode mit einem weiter schwierigen Marktumfeld.

dpa-afx HEIDELBERG. Hinzu kämen Sonderbelastungen. "Für die Heidelberger Druckmaschinen AG ist bereits heute absehbar, dass im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2008/2 009 der Umsatz unter dem Wert des Vorjahresquartals liegen und das betriebliche Ergebnis (Ebit) negativ sein wird", teilte das Unternehmen am Mittwoch in Heidelberg mit.

Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern sich noch verbessern können und einen Umsatz von 742 Mill. Euro sowie ein betriebliches Ergebnis von 26 Mill. Euro eingefahren. Vorbörslich stieg der Kurs um 0,13 Prozent auf 15,82 Euro.

Wie das erste Quartal werde auch das Gesamtjahr von Sonderaufwendungen für die Branchenmesse drupa, Serienanläufen und dem starken Euro belastet, führte der Konzern weiter aus. "Damit wird das betriebliche Ergebnis auch für das gesamte Geschäftsjahr 2008/2 009 unter dem des abgeschlossenen Geschäftsjahres liegen." Hier hatte Heidelberger Druck nach vorläufigen Zahlen 268 Mill. erwirtschaftet. Damit traf das Unternehmen die Prognose der elf von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten fast punktgenau. Vor einem Jahr hatte Heidelberger Druck operativ noch 362 Mill. Euro verdient, Sondereffekte ausgeklammert waren es 302 Mill. Euro gewesen.

Der Überschuss ist von 263 auf 142 Mill. Euro zurückgegangen (Prognose 137 Mill. Euro). Sondereffekte ausgeklammert, verfehlte das Unternehmen damit die Vorjahreszahl nur um zwei Mill. Euro. Der Umsatz ging von 3,803 auf 3,670 Mrd. Euro zurück (Prognose 3,682 Mrd Euro). Das Unternehmen schlägt nun für das abgeschlossene Jahr eine unveränderte Dividende von 0,95 Euro vor. Die Jahreszahlen sind einer ersten Händlereinschätzung zufolge "nicht schlecht genug ausgefallen, um weiteren Druck auf die Aktie zu bringen". So liege der Dividendenvorschlag über den Markterwartungen.

"Das vergangene Geschäftsjahr war vor allem im zweiten Halbjahr durch schwächere Konjunkturaussichten beeinflusst", begründete Vorstandschef Bernhard Schreier das Abschneiden. "Das hat in einigen Regionen zu Investitionszurückhaltungen geführt." Heidelberger Druck litt vor allem unter der Vorsicht seiner US-amerikanischen Kunden, die sich angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten mit ihren Käufen zurückhalten. Auch in Asien hatte der Konzern angesichts des starken Euro Absatzprobleme. Einziger Lichtblick war Osteuropa, insbesondere Russland. Insgesamt schrumpfte der Auftragseingang aber von 3,853 auf 3,649 Mrd. Euro. Entsprechend sank der Auftragsbestand von 1,018 Mrd. auf 874 Mill. Euro.

Das Unternehmen hatte bereits Ende März gewarnt, dass es seine Ziele für das Geschäftsjahr 2007/2 008 verfehlen wird. Dies war der vorläufige Schlusspunkt einer ganzen Reihe von Enttäuschungen. Für weitere Aussagen zum Geschäftsverlauf - insbesondere einer Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr - will Heidelberger Druck nun die Branchenmesse drupa Ende Mai/Anfang Juni abwarten. Details gibt es dann zusammen mit den Zahlen zum ersten Geschäftsquartal am 5. August.

Vorstandschef Schreier wiederholte seine Absicht, dem schwachen Markt mit Einsparungen, der Verlagerung von Arbeitsplätzen und dem Ausbau von Randgeschäften begegnen zu wollen. "Ziel ist es, die Kostenstruktur zu verbessern und den Einfluss von Wechselkursen durch Internationalisierung von Einkauf und Produktion mittelfristig zu verringern", sagte er. Das margenträchtige Geschäft mit Services und Verbrauchsmaterialien wolle er ausbauen, "um unsere Abhängigkeit von Konjunkturzyklen weiter zu reduzieren". Nach der drupa und vor der Hauptversammlung am 18. Juli will er Einzelheiten nennen.

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