Probleme mit Bremsen
Toyota startet den nächsten Massenrückruf

Toyota hatte sich gerade einigermaßen von dem Massenrückruf aus dem August erholt. Jetzt ruft der japanische Autobauer erneut 1,5 Millionen Autos zurück. Es gibt Probleme an den Bremsen. Auch deutsche Autofahrer sind betroffen.
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TOKIO. Der weltgrößte Autohersteller Toyota bekommt sein Rückruf-Problem nicht in den Griff. Gestern gab das japanische Unternehmen bekannt, insgesamt 1,53 Millionen Fahrzeuge weltweit in die Werkstätten zurückzuholen. Dieses Mal geht es vor allem um Bremsflüssigkeit, die aus dem Haupt-Bremszylinder auslaufen kann. Betroffen sind Autos in den USA, Japan, China, aber auch Europa. In Deutschland fallen darunter rund 5.900 Fahrzeuge der Toyota-Tochter Lexus. „Unter den aller ungünstigsten Umständen kann es auch zu Problemen beim Abbremsen kommen “, sagte ein Unternehmenssprecher in Tokio. Zudem funktioniert bei einigen Modellen die Einspritzpumpe nicht richtig.

Damit gerät Toyota wieder in die Schlagzeilen, aus denen es sich langsam herausgearbeitet sah. Im ersten Halbjahr 2010 hatte der Autobauer mit massiven Rückrufen von fast neun Millionen Pkws reagiert, als Toyota-Modelle mit teilweise tödlichen Unfällen in den USA in Verbindung gebracht wurden. Der Konzern wurde mit hunderten von Klagen überzogen und erlitt in den USA einen erheblichen Imageschaden. Zwischenberichte der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA deuten jedoch mittlerweile darauf hin, dass bis auf einen Fall, in dem eine nicht von Toyota hergestellte Fußmatte das Gaspedal festgeklemmt hatte, die meisten Unfälle auf Fahrfehler zurückzuführen waren. Der endgültige Bericht steht noch aus.

Gleichwohl hatte Toyota eine Strafe für die verspätete Information der US-Behörden von 16,4 Mio. Dollar gezahlt. „Wir haben akzeptiert, verspätet reagiert zu haben. Aber wir bleiben dabei, dass weder unsere Autos fehlerhaft sind noch wir etwas zurückgehalten haben“, hieß es dazu stets im Unternehmen.

Der jetzige Rückruf hat deshalb auch seinen Grund in der Sorge, erneut mit Vorwürfen einer verspäteten Reaktion konfrontiert zu werden. Toyota hatte bereits zuvor mehrfach wegen Kleinigkeiten seine Autos gestoppt. Ob es sich im aktuellen Fall auch um einen solche Kleinigkeit handelt, ist noch offen. Derzeit scheint es so. In manchen Fällen könne es, bei Benutzung der falschen Bremsflüssigkeit, passieren, dass diese aus dem Hauptzylinder auslaufe, so der Sprecher. Zunächst führe das zu einer Erhitzung, was zum Leuchten der Warnlampe für die Bremse führe. Erst wenn dieser Zustand andauere, könne es unter ungünstigen Umständen zu einer verminderten Bremsreaktion kommen. Bislang gebe es keine Berichte über Unfälle aufgrund der nun bekannt gewordenen Defekte.

In Japan wird Toyota 599.029 Einheiten zurückrufen, in den USA 740.000, gab das Unternehmen gestern bekannt. Dabei geht es unter anderem um die Modelle Crown, Avalon, Highlander Lexus GS300, Lexus IS250 und Lexus IS350. Hinzu kommen Pkws aus einem Joint Venture in China. Ob Toyota auch in anderen Ländern offizielle Rückrufe startet, will das Unternehmen unter Berücksichtigung der dortigen Bestimmungen entscheiden.

Auch Honda rief gestern Autos wegen Bremsproblemen zurück, allerdings lediglich knapp 4000 Wagen. Die Bremskraft könne nachlassen, hieß es.

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