Probleme mit Logistik
BMW lässt Reparaturkunden abblitzen

Für ein neues Logistiksystem der Ersatzteilversorgung hatte BMW Experten von IBM und SAP beauftragt. Doch viele Teile sind nicht auffindbar, die Fehlerbehebung dauert Monate. Händler klagen über verständnislose Kunden.
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MünchenDer Autohersteller BMW hat die Schwierigkeiten mit der Ersatzteilversorgung noch immer nicht endgültig im Griff. Ein neues Logistiksystem bei Ersatzteilen zwingt viele Kunden dazu, auf Reparaturen längere Zeit zu warten. Rund zehn Prozent der Teile seien im zentralen Lager von Dingolfing wegen der Umstellung nicht umgehend verfügbar, so ein Firmensprecher. BMW habe Mitarbeiter für Extraschichten eingeteilt, um den Engpass zu verkürzen. Ziel von BMW sei es, dass das neue System bis Anfang September richtig funktioniere.

Die Verzögerungen, die vor mehr als zwei Monaten mit dem Wechsel zum neuen Logistiksystem begannen, haben weltweit zu einer Kettenreaktion geführt – weil Bestelleingänge für die 40 Verteilzentren von BMW in Dingolfing zusammenlaufen. Das dortige Lager beliefert darüber hinaus rund 300 Werkstätten in ganz Deutschland direkt.

„Wir müssen derzeit etwa 180 Kunden pro Monat enttäuschen, was in etwa 20 Prozent der Kunden mit größeren Reparaturen entspricht, sagt Burkhard Weller, Geschäftsführer der Wellergruppe aus Osnabrück. Mit 31 Standorten und einer Milliarde Euro Umsatz 2012 ist das Unternehmen nach eigenen Angaben eine der größten Automobilhandelsgruppen in Deutschland. Das Problem bestehe an allen 16 Standorten, an denen BMWs betreut werden. Es sei nahezu unmöglich, einen Kunden gnädig zu stimmen, der sein Auto nicht nutzen könne. Das ganze Thema ist gerade im Fall von BMW problematisch, weil das Unternehmen einen guten Ruf genießt und ein Premium-Hersteller ist.

Die anhaltenden Probleme bei den Ersatzteilen könnten das Image von BMW beschädigen, meint Stefan Bratzel, Direktor beim Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach. Er könne sich an keinen vergleichbaren Fall erinnern, der sich über so viele Monate hingezogen habe.

Die Betreuung von Kunden nach dem Autokauf ist für die Hersteller wichtig, weil die dann abgewickelten Geschäfte erheblich zur Profitabilität beitragen, die Kunden an die Marke binden und einen großen Einfluss auf die Kundenzufriedenheit haben, heißt es beim Institut für Automobilwirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen.

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IBM und SAP am Projekt beteiligt

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  • dummes Zeug. Die erweiterte Sachmängelhaftung ist viel mehr als die gesetzliche Garantie, denn sie führt NICHT zur Beweislastumkehr nach 6 Monaten. D.h. man hat eine 3 Jahres Garantie, in der ggf. BMW nachweisen müsste, das es nicht ihr Fehler war.

  • Leiharbeit und Werksverträge... Gewinnmarge pushen... DAS ist das Hauptziel und nun hat BMW die Quittung. Die komplizierten neuen Systeme brauchen geschulte Spezalisten, auch in der Logistik. Aber offiziell darf BMW ja gar keine Werksverträgler schulen. Passiert das dann doch, sind die dortigen (zum Teil auch nur Leih-)Arbeiter natürlich ruck zuck auf dem Markt in besseren Jobs... hoffenltich versteht BMW, dass die Ersatzteilversorgung sehr wohl Kernkompetenz eines Premiumherstellers ist und wiederruft schnellstens anderslautende Vorstandsbeschlüsse!

  • Nun ist bereits September und was hat sich getan?
    NICHTS !
    Gänzlich unwesentlich für das Problem ist die Kritik an Geschäftspartnern von BMW,wie teilweise vorher angesprochen.
    Letztendlich ist ausschließlich nur BMW für die ganze Misere verantwortlich,beinhaltend die wirtschaftliche Unfähigkeit des aufgeblasenen Unternehmens und den Umgang mit Kunden.

    Irgendwann wird auch folglich der Neuwagenabsatz stagnieren, denn die Kunden sind nicht dumm.

    Zitat meines Beitrages vom 4. August 2013

    "BMW -Ersatzteile sind von Werkstätten nicht beschaffbar, seit nunmehr 5 Wochen und nach
    unabhängigen Informationen bereits schon länger, man spricht von Anfang Juni, jetzt ist August.
    Um selbst beizutragen, habe ich nach 4 Wochen des Wartens per mail, nochmal und nochmal
    und nochmal beim BMW-Kundendienst angefragt.
    Meine konkreten Fragen wurden jedoch in den ersten zwei mails mit verwaschenen Worthülsen,
    wie "wir bedauern", oder "Herausforderungen" oder "Kräfte bündeln", jedoch kein Wort zur Problemlösung,
    halbherzig beantwortet
    Zitate "offener Dialog" und "Sie sind uns als Kunde wichtig" diskriminieren letztlich eine Kundenanfrage.
    Dieses zählebige, unqualifizierte Geschwätz zeugt seitens des aufgeblasenen und von Selbstherrlichkeit
    dominierten Unternehmens von Arroganz und Unfähigkeit seiner "Verantwortlichen" und Wortführer.
    Weitere zwei mails wurden erst gar nicht beantwortet.
    Derzeitiger Sachstand ist..... "NICHTS" . Man sollte sich nach 20 Jahren BMW -Kunde nun doch
    langsam mit der Konkurrenz anfreunden."

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