Probleme würden nur potenziert
GM-Chrysler-Fusionsplan alarmiert Arbeitnehmer

General Motors und Chrysler verhandeln über ein Elefantenhochzeit auf dem US-Automarkt. Bei den Mitarbeitern – auch in Europa – schrillen die Alarmglocken. Klaus Franz, oberster Arbeitnehmervertreter von GM in Europa, spricht sich eindeutig gegen eine Fusion aus.

DÜSSELDORF/RÜSSELSHEIM. Sicher ist es keineswegs, dass der größte US-Hersteller General Motors (GM) sich mit dem Konkurrenten Chrysler zusammenschließt – doch die Arbeitnehmervertreter reagieren bereits alarmiert auf die Pläne. „Eine Fusion von GM und Chrysler wäre eine absolute Katastrophe“, sagte Klaus Franz, oberster GM-Arbeitnehmervertreter in Europa dem Handelsblatt. „GM würde damit seine eigenen Probleme nur potenzieren. Chrysler besitzt nichts, was GM nicht schon hat.“

Auch Experten winken ab. Ein Zusammenschluss von GM und Chrysler würde einen Giganten schaffen, der 35 Prozent des US-Marktes für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge kontrollieren würde – aber auch eine geradezu unübersichtliche Fülle an Produkten, Marken, Werken und Mitarbeitern. „Es gäbe enorme Doppelungen“, sagte John Casesa, Managing Partner bei Casesa Strategic Advisors. Der Schritt wäre deshalb eine klassische Konsolidierung.

Die schwer angeschlagenen US-Autobauer GM und Chrysler prüfen laut Informationen aus Konzernkreisen einen Zusammenschluss. Die Gespräche zwischen dem größten US-Hersteller und Chrysler-Mehrheitseigentümer Cerberus befänden sich allerdings noch in einem frühen Stadium und sollen am Wochenende ins Stocken geraten sein, hieß es. Zuvor soll GM bereits mit dem US-Rivalen Ford Sondierungsgespräche über eine mögliche Fusion geführt haben, die aber von Ford rasch beendet worden seien. Sprecher der Unternehmen wollten die Informationen allerdings nicht bestätigen.

Chrysler ist hinter GM und Ford der kleinste amerikanische Autohersteller. Daimler hatte erst Mitte vergangenen Jahres eine Mehrheit von 80,1 Prozent an den Finanzinvestor Cerberus verkauft. Die Beteiligungsfirma, die auch 51 Prozent an der GM-Finanzsparte GMAC hält, will nun offenbar im Gegenzug für die übrigen Anteile an GMAC dem Autokonzern aus Detroit das Automobilgeschäft von Chrysler anbieten.

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