Procter & Gamble sieht trotz Widerstands weiter Chancen auf Zulassung
US-Konsumgüterkonzern hofft auf Libido-Pflaster Intrinsa

Mit dem Libido-Pflaster Intrinsa will der weltgrößte Konsumgüterkonzern Procter & Gamble („Pampers“, „Ariel“) in den nächsten Jahren sein Pharmageschäft deutlich ausbauen. Das „Viagra für Frauen“ gilt im Konzern als derzeit größter Hoffnungsträger der Pharma- und Selbstmedikationssparte.

HB FRANKFURT/M. Diese zählt mit knapp vier Mrd. Dollar Umsatz schon heute zum Mittelfeld der Branche – neben Unternehmen wie Schering oder der Darmstädter Merck-Gruppe.

„Wir sehen ein großes Potenzial für Intrinsa, wenn man an den Bedarf vieler Frauen denkt, die unter niedrigem sexuellem Verlangen leiden und denen noch nicht geholfen wurde“, sagt Hans van Zoonen, Vice President Pharmaceuticals and Personal Health Care Western Europe bei Procter & Gamble (P&G), im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Intrinsa ist ein Testosteron-Pflaster, das bei Frauen in den Wechseljahren und Frauen, denen die Eierstöcke entfernt wurden, die Libido erhöhen soll. Entwickelt hat es die US-Firma Watson, P&G übernimmt die Vermarktung. Obwohl die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA im vergangenen Dezember eine Zulassung von Intrinsa verweigerte und zusätzliche Daten zur langfristigen Sicherheit verlangte, sieht P&G für das Produkt weiterhin Chancen. Der Dialog mit der FDA werde fortgesetzt, so Hans van Zoonen. Auch in Europa sei man mit den Zulassungbehörden in guten Gesprächen. Das Unternehmen hofft, Intrinsa in nicht allzu ferner Zukunft auf den europäischen Markt bringen zu können.

Intrinsa ist in der Fachwelt umstritten. Die Diagnose „weibliche sexuelle Dysfunktion“ (FSD) sei ein Beispiel für eine firmengesponserte Erschaffung einer Krankheit, meint beispielsweise das „British Medical Journal“. Van Zoonen lässt sich von solcher Kritik nicht schrecken und verweist auf die großen Erfahrungen des Konzerns im Dialog mit dem Endverbraucher, insbesondere Frauen, die im Allgemeinen 80 Prozent der Kaufentscheidungen beeinflussen. Mit dem Osteoporose-Mittel Actonel hat Procter innerhalb von fünf Jahren eine Marke aufgebaut, die inzwischen mehr als eine Mrd. Dollar Umsatz macht – ein Erfolg, an den die Märkte 2000 nicht glauben wollten.

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