Procter & Gamble verfolgt aggressive Preispolitik - Henkel senkt Umsatzprognose
Ariel geht Persil an die Wäsche

Die Konsumflaute und ein knallharter Preiskrieg bei Waschmitteln machen dem Konsumgüterhersteller Henkel schwer zu schaffen. Am Dienstag überraschte das Düsseldorfer Unternehmen mit einer Umsatzwarnung: Mit einem Zuwachs von nur noch zwei Prozent halbierte es seine Erwartungen. An der Börse zählte Henkel mit einem Minus von 5,6 Prozent zu den Tagesverlierern.

FRANKFURT. Unter Druck ist nach Meinung von Branchenbeobachtern vor allem Henkels Flaggschiff Persil, die Nummer eins im deutschen Waschmittelmarkt und einer der Hauptumsatzbringer von Henkel. Seit einigen Monaten wird die traditionsreiche Marke massiv von der Nummer zwei im Markt, Procter & Gambles Ariel, attackiert. Brancheninsider berichten von bis zu 20 Prozent Preisnachlass, mit dem sich Ariel Marktanteile erkaufen will.

"Der Wettbewerb im Waschmittelmarkt hat eine neue Dimension erreicht", sagt Analyst Christian Rehbach von HSBC Securities. Wolfgang Twardawa, Division Manager Marketing bei der GfK AG, meint: "Im Waschmittelmarkt hat sich der Innovationswettbewerb zum Preiswettbewerb gewandelt. Das trifft einen Hersteller wie Henkel, der auf Innovation setzt."

Insbesondere im Heimatmarkt Deutschland, der rund ein Fünftel des Umsatzes beisteuert, hat Henkel noch keine Formel gegen die preisaggressive Konkurrenz gefunden. Laut Marktforschungszahlen sank der Marktanteil von Persil von Januar bis Mai im Lebensmitteleinzelhandel (ohne Discounter) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 27 auf 25 Prozent, Ariel legte in derselben Zeit etwas über einen Prozentpunkt auf 14,5 Prozent zu. In dem relativ statischen Waschmittelmarkt signalisieren diese Zahlen drastische Verwerfungen. Auch wenn der Abstand zur Konkurrenz noch groß ist - Henkel verliert deutlich an Boden, zumal der Markt insgesamt schrumpft.

Dauerrivale Procter & Gamble, der Henkel zuletzt auch bei der Bieterschlacht um Wella übertrumpft hatte, ist im umsatzstarken Waschmittelmarkt frühzeitig in die Offensive gegangen. Bereits 2003 drückten die Amerikaner mit massivem Werbeaufwand einen Ableger des Haushaltsreinigers Meister Proper als preisgünstiges Waschmittel in den Markt, um sich gegen die Billigkonkurrenz zu wappnen. Denn fast jedes fünfte Waschmittel ist mittlerweile laut Marktforschungszahlen eine Discounter- oder Eigenmarke - Tendenz steigend.

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