Procter & Gamble wartet ab
Tchibo macht Druck bei Beiersdorf-Übernahme

Die Eigentümerstruktur des Kosmetikkonzerns Beiersdorf (Nivea) steht vor einer Neuordnung. Die Tchibo-Gruppe verhandelt bereits mit Großaktionär Allianz. In die Gespräche soll bereits Allianz-Chef Diekmann eingeschaltet sein.

HB HAMBURG. Im Wettlauf um die Übernahme des 44-Prozent-Anteils der Allianz am Kosmetikkonzern Beiersdorf will der US-Konsumgüterriese Procter&Gamble mit einem förmlichen Angebot zunächst offenbar noch abwarten. Das Konsortium um die Tchibo-Gruppe präsentiert derzeit der Allianz nach Angaben aus Branchenkreisen bereits Pläne für den Kauf des Beiersdorf-Pakets. „Die Gespräche des Konsortiums mit der Allianz sind recht aktiv und zugleich schwierig. Mittlerweile schaltet sich (Allianz-Chef Michael) Diekmann stark ein“, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch aus den Kreisen. In einem Brief an die Allianz hatte das vom Hamburger Senat vermittelte Konsortium aus der Tchibo-Holding - sie hält schon knapp 31 % an Beiersdorf -, Tchibo-Miteigner Joachim Herz und Beiersdorf selbst verbunden mit einem Gesprächsangebot seine Vorstellungen bereits grob umrissen.

Den US-Gegenspieler immer im Blick

Die nächsten Schritte des Konsortiums hängen von P&G ab. Denn der US-Gegenspieler des Hamburger Konsortiums um das Kaffee- und Handelsunternehmen hat nach Angaben aus Branchenkreisen auch schon Tuchfühlung mit der Allianz aufgenommen, hält sein Pulver aber noch trocken. „Diese Woche kommt kein Angebot von P&G, aber wir werden eines sehen“, sagte ein mit der Situation Vertrauter.

Da es schon Vorgespräche mit der Allianz gegeben habe und beide Parteien sich über die Grundstruktur einig seien, wolle P&G nicht mehr zu lange warten. Dabei werde sich das Unternehmen aus Cincinatti nicht auf ein feindliches Übernahmeangebot einlassen, um die Mehrheit an Beiersdorf zu bekommen. „P&G ist langfristig orientiert und ein Hostile-Takeover passt nicht in ihre Strategie“, hieß es in den Kreisen.

Der US-Konzern hat auch nach der Übernahme des Darmstädter Wella-Konzerns genügend Cash-Reserven für eine weitere Expansion in Deutschland. Dabei seien allerdings Preisspannen von 150 bis 160 Euro pro Beiersdorf-Aktie viel zu hoch gegriffen, sagte ein Beteiligter.

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